Klage wegen unrechtmäßiger Strafauferlegung
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GerKer, 193,1
GerKer Schöffengericht Kerpen
Schöffengericht Kerpen >> 9 Das Gericht als Beklagtenpartei
1701 [nach April 2]
Enthält: Ida Pfeiffer, Frau des Gerard Keyser, klagt vor dem Freiherrn und Amtmann wegen schlechter Ernährung, die sie - verurteilt vom Kerpener Gericht wegen einer Übertretung - im Gefängnis "im herren hauß under der erden im kercker" und im Schloßkerker erhalten habe. Gute Leute hätten sie vor dem Verhungern gerettet. Sie sei auch "zum spectakell beym hellen mittag" an den Pranger gestellt worden. Sie habe gehofft, danach in Ruhe gelassen zu werden, doch der Kerpener Gerichtsbote Hans Adam Grahts verlange jetzt 9 Reichstaler 50 Albus. Ihre Klage darüber sei unrechtmäßig abgelehnt worden mit der Begründung, "daß solches in regardt deren gerichts geburnußen undt kunfftiger bruchten noch nicht der gottesheller seye". Es sei aber nicht üblich, daß jemand mit zwei Strafen belegt werde. Bittet um Schutz vor der Forderung des Gerichtsboten.
Archivale
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
09.01.2026, 11:57 MEZ