Querulationis Auseinandersetzung um Festnahme
Vollständigen Titel anzeigen
(1) 3586
Wismar V 47 (W V I n. 47)
Abt. IV. Rep. 1. B Prozeßakten des Tribunals 1653-1803
Prozeßakten des Tribunals 1653-1803 >> 22. 1. Kläger V
(1745) 20.12.1745-18.05.1748
Kläger: (2) Carl Leopold von Vietinghoff, mecklenburgischer Oberkammerjunker (Bekl. in 1. Instanz)
Beklagter: Bürgermeister und Rat zu Wismar sowie der Weinschenk Joachim Kravel jun. aus Rostock (Kl. in 1. Instanz)
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: Dr. Carl Christoph Gröning (A & P) Bekl.: Dr. Anton Christoph Gröning (A & P)
Fallbeschreibung: Der Kl. ist in Wismar auf Bitte des Rostocker Weinschenken Kravel, der noch 100 fl. von ihm zu fordern hat, von der Stadtwache im Namen des Wismarer Rates festgenommen worden und queruliert gegen diese Festnahme vor dem Tribunal, da er als mecklenburgischer Adliger nicht unter Wismarer Jurisdiktion stehe. Am 20.12.1745 erbittet der Rostocker Rat die Unterstützung des Tribunals bei der Befriedigung der Forderungen seines Bürgers Kravel. Das Tribunal erläßt am 01.02.1746 ein Schreiben an den Wismarer Rat, die Akten der Vorinstanz einzusenden. Diese gehen am 14.02. ein, am 25.04. wird auf Antrag des Kl.s der 03.05. zur Eröffnung der Akten angesetzt, am 04.07. und 17.10.1746 sowie am 23.01.1747 bitten die Parteien um Beschleunigung des Verfahrens. Am 17.04.1747 erklärt das Tribunal das Vorgehen des Rates für rechtmäßig und gibt die Akten der Vorinstanz an den Rat zum Vollzug seines Urteils zurück. Am 29.05.1747 ergreift der Kl. gegen das Urteil restitutio in integrum und erbittet Fristverlängerung zum Einreichen seines Schriftsatzes, die er am 31.05. erhält. Seine Bitte vom 10.07. wegen weiterer Fristverlängerung wird am 12.07.1747 abgelehnt.
Instanzenzug: 1. Ratsgericht 1745 2. Tribunal 1745-1747 3. Tribunal 1747-1748
Prozessbeilagen: (7) Bürgschaft Christian Ludwig Hundts für Kl. vom 17.12.1745; Schreiben des Kl.s an den Wismarer Rat vom 17.12.1745; Ratsgerichtsurteil vom 17.12.1745; von Notar Joachim Christoph Lehmann aufgenommene Appellation vom 18.12.1745; Schreiben Kravels an den Rostocker Rat vom 19.12.1745; Rationes decidendi des Wismarer Ratsgerichts; Erklärung der Margaretha Catharina v. Vietinghoff geb. v. Preen vom 08.01.1746; Prozeßvollmachten des Kl.s für Dr. C.C. Gröning vom 01.02.1746, Kravels und des Rates für Dr. A.C. Gröning vom 11.05.1746 bzw. 30.01.1747
Beklagter: Bürgermeister und Rat zu Wismar sowie der Weinschenk Joachim Kravel jun. aus Rostock (Kl. in 1. Instanz)
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: Dr. Carl Christoph Gröning (A & P) Bekl.: Dr. Anton Christoph Gröning (A & P)
Fallbeschreibung: Der Kl. ist in Wismar auf Bitte des Rostocker Weinschenken Kravel, der noch 100 fl. von ihm zu fordern hat, von der Stadtwache im Namen des Wismarer Rates festgenommen worden und queruliert gegen diese Festnahme vor dem Tribunal, da er als mecklenburgischer Adliger nicht unter Wismarer Jurisdiktion stehe. Am 20.12.1745 erbittet der Rostocker Rat die Unterstützung des Tribunals bei der Befriedigung der Forderungen seines Bürgers Kravel. Das Tribunal erläßt am 01.02.1746 ein Schreiben an den Wismarer Rat, die Akten der Vorinstanz einzusenden. Diese gehen am 14.02. ein, am 25.04. wird auf Antrag des Kl.s der 03.05. zur Eröffnung der Akten angesetzt, am 04.07. und 17.10.1746 sowie am 23.01.1747 bitten die Parteien um Beschleunigung des Verfahrens. Am 17.04.1747 erklärt das Tribunal das Vorgehen des Rates für rechtmäßig und gibt die Akten der Vorinstanz an den Rat zum Vollzug seines Urteils zurück. Am 29.05.1747 ergreift der Kl. gegen das Urteil restitutio in integrum und erbittet Fristverlängerung zum Einreichen seines Schriftsatzes, die er am 31.05. erhält. Seine Bitte vom 10.07. wegen weiterer Fristverlängerung wird am 12.07.1747 abgelehnt.
Instanzenzug: 1. Ratsgericht 1745 2. Tribunal 1745-1747 3. Tribunal 1747-1748
Prozessbeilagen: (7) Bürgschaft Christian Ludwig Hundts für Kl. vom 17.12.1745; Schreiben des Kl.s an den Wismarer Rat vom 17.12.1745; Ratsgerichtsurteil vom 17.12.1745; von Notar Joachim Christoph Lehmann aufgenommene Appellation vom 18.12.1745; Schreiben Kravels an den Rostocker Rat vom 19.12.1745; Rationes decidendi des Wismarer Ratsgerichts; Erklärung der Margaretha Catharina v. Vietinghoff geb. v. Preen vom 08.01.1746; Prozeßvollmachten des Kl.s für Dr. C.C. Gröning vom 01.02.1746, Kravels und des Rates für Dr. A.C. Gröning vom 11.05.1746 bzw. 30.01.1747
Akten
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
29.10.2025, 11:27 MEZ