Die Brüder Franz Wolfgang, Joachim und Eitelfriedrich, Grafen von Zollern und Reichserbkämmerer, bekennen, dass sie für sich und ihre Erben die von ihrem Vater Graf Itelfriedrich [II.] von Zollern, kaiserlichem Hofmeister und Hauptmann der Herrschaft Hohenberg, wegen...

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Die Brüder Franz Wolfgang, Joachim und Eitelfriedrich, Grafen von Zollern und Reichserbkämmerer, bekennen, dass sie für sich und ihre Erben die von ihrem Vater Graf Itelfriedrich [II.] von Zollern, kaiserlichem Hofmeister und Hauptmann der Herrschaft Hohenberg, wegen der Streitigkeiten der früheren Grafen von Zollern untereinander, die zur Minderung des Besitzes und zur Zerstörung der Burg Zollern geführt hatten, erlassene Ordnung annehmen werden und es so halten wollen: 1) Die 3 Brüder werden stets zusammenhalten. 2) Hat ein Graf nur eine Tochter soll er ihr nicht über 6000 fl Mitgift geben, hat er zwei, soll er jeder nicht mehr als 3000 fl, hat er drei, soll er jeder nicht mehr als 2000 fl geben. So ausgesteuerte Töchter müssen einen Erbverzicht leisten. Hat ein Graf mehr als 3 Töchter, soll er sie in ein Kloster geben und mit einem Leibgeding ausstatten. Bei schlechter Vermögenslage können die genannte Sätze unterschritten werden. 3) Die Güter eines Grafen samt der darauf ruhenden Belastung soll der nächstverwandte männliche Erbe erhalten, während die Fahrhabe unter den männlichen Erben des gleichen Grads geteilt wird. 4) Nach dem Testament des Vaters erhält Franz Wolfgang als ältester Sohn Schloß und Herrschaft Zollern mit Zugehörden und wird es in Primogenitur vererben, er hat das Schloss in gutem Bau zu halten und für genügend Geschütz, Hausrat und Körn zu sorgen. 5) Der Inhaber von Schloß und Herrschaft Zollern soll Söhne, Töchter, Brüder und Schwestern aus anderen Gütern versorgen; hat er außer dieser Herrschaft nur wenige oder keine anderen Güter, darf er die Herrschaft zur Aussteuerung der Kinder, zur Verweisung der Frau und für die eigenen Bedürfnisse angreifen, doch so, dass beim Schloss stets 500 fl unbeschwerte Gült bleiben und so die Unterhaltung des Schlosses gesichert ist. 6) Will einer der Brüder oder ihrer Nachkommen liegende Güter versetzen oder verkaufen, so muss er sie zum landesüblichen Preis dem nächsten Verwandten im Haus Zollern anbieten; binnen dreier Monate hat dieser zu kaufen oder abzulehnen. Im Ablehnungsfall hat er die Güter nacheinander allen Grafen von Zollern anzubieten, damit sie dem Stamm erhalten bleiben. 7) Versetzungen oder Verkäufe an nicht dem Haus Zugehörige erlangen keine Rechtskraft; die betreffenden Güter fallen an den nächsten Blutsverwandten, der den landesüblichen Preis dem Pfandherrn oder Verkäufer geben und wenn dieser ihn nicht annehmen will, bei ehrlichen Personen hinterlegen soll. 8) Werden solche Güter von allen Grafen von Zollern ausgeschlagen, dann dürfen sie an Fremde versetzt oder verkauft werden. 9) Alle Grafen sollen sich ihre Städte und Schlösser gegenseitig offenhalten, doch zu Lasten dessen, der Öffnung begehrt. Vorräte an Frucht oder Pulver dürfen gegen Ersatz verbraucht werden. 10) Alle künftigen Grafen dürfen sich Grafen von Zollern und Reichserbkämmerer nennen. Nur der älteste Graf soll das Kämmereramt verwalten, doch kann er es einem, der kürzer oder länger am Hof weilt, zur Ausübung übertragen. 11) Alle Grafen sollen das Stift Hechingen, das nach dem Testament Graf Eitelfriedrichs [II.] zu erbauende Barfüßerkloster sowie die Anordnung über Frucht im Wert von 1000 fl, die zu Gunsten der Landschaft im neuen Rathaus liegen soll, treulich handhaben und schützen. 12) Die 3 Brüder haben korrekte Einhaltung dieser Einung eidlich gelobt und legen für ihre Nachkommen fest, dass die Vereidigung auf die Einung dem Herrschaftsantritt vorausgehen soll. 13) Diese Urkunde soll in Reutlingen hinterlegt werden, wobei die Hinterlegungs- und Reversbriefe ausgestellt werden sollen. Jeder der 3 Brüder, der Stadtamtmann, das Kloster und das Stift zu Hechingen sollen ein Transsumpt herstellen. Benötigt jemand die Urkunde, kann er sie gegen Sicherheit für einen Monat erhalten.
Reference number:
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, A 193 U 9
Context:
Grafen von Zollern >> 1. Urkunden
Date of creation:
1512 September 3 (Fr. v. Nativitas Mariae)
Dimensions:
Libell, 5 Blatt (Höhe x Breite)
Document type:
Urkunden
Further information:
Ausstellungsort: Hechingen

Siegler: Aussteller; Herzog Ulrich von Württemberg; Graf Christoph von Werdenberg und Heiligenberg; Reichserbschenk Christoph von Limpurg, semperfrei; Truchseß Jörg von Waldburg, Vetter und Schwager der A.

Überlieferungsart: Abschrift

Vermerke: Unterschriften von 1) - 3) und 5) - 7) anstelle von 4): Kanzler Dr. Gregor Lamparter und Haushofmeister Philipp von Nippenburg, Erbschenk des Fürstentums Württemberg
Indexentry person:
Lamparter, Gregor; Kanzler, Politiker, Jurist, Hochschullehrer, 1463-1523
Limpurg; Christoph Reichserbschenk von
Nippenburg, Philipp von; Vogt, Erbschenk, Haushofmeister
Waldburg, Jörg Truchseß von
Württemberg, Ulrich; Herzog, 1487-1550
Zollern, Eitel Friedrich II. von; Graf, 1452-1512
Zollern, Joachim von; Graf, -1538
Zollern, Wolfgang Graf von
Indexentry place:
Hechingen BL
Hohenberg, abgeg. bei Schörzingen, Schömberg BL; Herrschaft
Reutlingen RT
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