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Joseph II., römischer Kaiser, Mehrer des Reiches, König in Germanien, von Jerusalem, Ungarn, Böhmen, Dalmatien, Kroatien Slawonien, Galizien und Lodomerien, Erzherzog von Österreich, Herzog von Burgund und Lothringen, Großherzog von Toskana, Großfürst zu Siebenbürgen, Herzog von Mailand, Mantua und Parma, gefürsteter Graf zu Habsburg, Flandern, Tirol [et cetera], bestätigt der jülich-bergischen Ritterschaft den von derselben am 7. Dezember 1752 gefassten, am 18. Januar 1753 vom pfälzischen Kurfürsten als Herzog von Jülich-Berg bekundeten und nachfolgend wörtlich eingerückten Beschluss, dem gemäß Aufschwörungen zur Aufnahme in das ritterschaftliche Korpus künftig jeweils mit 16 Quartieren oder Ahnen, 8 auf der väterlichen und 8 auf der mütterlichen Seite, zu erfolgen haben. Die Darstellung, mit ihren rechten Farben gemahlet, ist dem ritterbürtigen Kollegium bei offenem Landtag wenigstens 8 Tage vor dem Abschied zu präsentieren, von den beiden zu benennenden Rittern, die für den Aspiranten zeugen wollen, zu unterzeichnen und zu jedermanns Inspektion bereitzulegen. Sofern niemand Einsprüche erhebt, geschieht die Aufschwörung auf dem nächstfolgenden Landtag. Hierbei ist Folgendes zu beachten: 1) Eigentum und Besitz des Rittersitzes sind zu bescheinigen. 2) Bei jedem [dargestellten] Wappen sind Taufnamen und Haus zu benennen. 3) Der Syndikus soll die Aufschwörenden vor der Ablegung eines Meineides warnen. 4) Die zeugenden Ritter sollen neben der Eidesformel (iuxta formulam ... iuramenti) die präsentierten Wappen aufschwören. 5) Der Aspirant muss mit Attestaten nachweisen, bei welchen Domstiften, Ritterorden - wobei Attestate des Malteserordens nur in deutscher Sprache anerkannt werden - oder Ritterschaften jedes Wappen aufgeschworen ist; vorbehalten bleibt das Wappen des Adelswerbers (primus acquirens), das bisher noch nicht aufgeschworen wurde, zu dessen Führung dieser jedoch bei Nachweis der 16 Ahnen in suprema linea nach altem Herkommen berechtigt wäre. 6) Die geradlinige Abstammung ist mit Originaldokumenten oder gerichtlich vidimierten Abschriften zu belegen. Nachweise über die Abstammung der Ahnen, die bereits im Kollegium aufgeschworen wurden, sind nicht mehr zu erbringen. 7) Alle vorgelegten Zeugnisse (Probatorialia) sind bei der Präsentation der Wappen in vidimierten Abschriften dem Protokoll zur ständigen Verwahrung beizufügen. Für die Aufschwörung ist zur Bestreitung etwaiger Ausgaben die Summe von 100 Reichstalern gegen Quittung des Syndikus zu erlegen. - Der Kaiser konfirmiert das ritterschaftliche Statut unter folgenden Bedingungen: 1) Die kaiserliche Bestätigung gilt nur für zukünftige Fälle. 2) Sie ergeht nicht infolge der seit 1752 bestehenden Observanz, sondern ist ein Gnadenakt. 3) Die in der obersten Reihe des Stammbaumes genannten 16 Ahnen (Schilder) müssen nicht von altem Adel sein. Es reicht aus, wenn diese adelig geboren wurden. 4) Bei der Ahnenprobe sind neben domstiftischen und ritterschaftlichen Attestaten auch alle anderen rechtlichen Beweismittel zugelassen. - Das Statut ist in allen seinen Worten, Punkten, Klauseln, Artikeln, Inhalt, Meinungen und Begreifungen fest und unverbrüchlich einzuhalten. Die jülich-bergische Ritterschaft soll es unbeschadet der kaiserlichen, des Heiligen Reiches und jedermanns Rechte und Gerechtigkeiten gebrauchen. Der Kaiser gebietet allen Kurfürsten, Fürsten, geistlichen und weltlichen Prälaten, Grafen, Freien, Herren, Rittern, Knechten, Landmarschällen, Landeshauptleuten, Landvögten, Hauptleuten, Vitzdomben, Vögten, Pflegern, Verwesern, Amtleuten, Landrichtern, Schultheißen, Bürgermeistern, Richtern, Räten, Bürgern, Gemeinden und sonst allen seinen und des Reiches Untertanen und Getreuen, den Bestand des Statuts nicht zu behindern. Zuwiderhandlungen sind jeweils mit einer Strafzahlung von 20 Mark löthigen Goldes, halb an die kaiserliche Kammer, halb an die jülich-bergische Ritterschaft, abzugelten. - Der Kaiser kündigt sein Siegel an. ... gegeben ... zu Wien den siebenten Tag des Christmonats, nach Christi Unsers lieben Herrn und Seligmachers gnadenreichen Geburt im siebenzehen hundert sieben und achtzigsten, Unserer Reichen des Römischen im vier u(nd) zwanzigsten, des Hungarisch(en) und Böhmische(n) im achten Jahre.

Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Rheinland
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