Hauptstaatsarchiv/Archivdirektion Stuttgart: Sachverständigenkommission Landesname, Landeswappen, Landesfarben von Baden-Württemberg (Bestand)

Verzeichnungsstufe:
Bestand
Bestandssignatur:
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, EA 99/002
Kontext:
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Ministerien und zentrale Dienststellen seit 1945 >> Hauptstaatsarchiv Stuttgart (mit Archivdirektion)
Bestandslaufzeit:
(1901-1941) 1948-1959
Bestandsbeschreibung:
Vorwort:
Im Juli 1952 wurden der Stuttgarter Archivdirektor Dr. Dr. Max Miller, Oberarchivrat Dr. Hans-Dietrich Siebert, Karlsruhe, und Oberarchivrat Dr. Franz Herberhold, Sigmaringen, vom Verfassungsausschuss der Verfassunggebenden Landesversammlung zu Gutachtern in der Frage der Namensfindung und der Festlegung eines Wappens und der Farben für das Land Baden-Württemberg bestellt. Die Entscheidung über diese Fragen war für den Herbst 1952 vorgesehen, verzögerte sich dann aber erheblich. Der Name und die Farben des Landes wurden schließlich in der Verfassung bestimmt, die Gestalt des Wappens wurde mit Gesetz vom 3. Mai 1954 verabschiedet. Die aus der gutachterlichen Tätigkeit von Max Miller unter Mitwirkung von Hansmartin Decker-Hauff entstandenen Unterlagen verblieben im Hauptstaatsarchiv Stuttgart und bilden heute den Bestand EA 99/002. Dieser geht auf zwei Teile zurück: 1. Bestand J 271 (Vorentwürfe für das baden-württembergische Landeswappen). Er umfasste im wesentlichen großformatige Entwurfsarbeiten zum Landeswappen, die wohl aus lagerungstechnischen Gründen von den zugehörigen Akten getrennt und bei den heraldischen Sammlungen aufbewahrt worden waren. Daraus dürfte sich auch die Signatur in der Reihe der Sammlungsbestände ergeben haben. 2. Teile der Altregistratur des Hauptstaatsarchivs Stuttgart (Aktenzeichen Württ. 21 a). Bei Beginn der Verzeichnungsarbeiten wurde festgestellt, dass die unter J 271 subsumierten Stücke nur einen Teil der Überlieferung bildeten, die zugehörigen Akten sich aber in der Altregistratur des Hauptstaatsarchivs befanden. Diese beiden Teile wurden daher zum Bestand EA 99/002 vereinigt. Da das Hauptstaatsarchiv außerhalb dieser besonderen Tätigkeit im Auftrag der Verfassunggebenden Landesversammlung auch die allgemeine Erteilung von Auskünften über das Landeswappen zu seinen ständigen Aufgaben zählt, musste ein Schnitt zwischen diesen und der Sonderaufgabe gesetzt werden. Dieser fällt zeitlich in die Mitte der 50er Jahre. Der vorliegende Bestand enthält also nur Unterlagen, die im Prozess der Namensfindung für das neue Bundesland und der Schaffung der staatlichen Symbole Wappen und Flagge entstanden sind. Hinzu kommen wenige Akten, die die Umsetzung in die Praxis dokumentieren, also beispielsweise die Herstellung der Siegel der Landesbehörden oder die Gestaltung von Ehrenurkunden oder Medaillen.Der bislang nicht zugängliche Bestand EA 99/002 wurde aus Anlass des Landesjubiläums 50 Jahre Baden-Württemberg erschlossen. Er dokumentiert zum einen die Tätigkeit der gutachterlichen Staatsarchivare, enthält aber auch Zuschriften aus der Bevölkerung, die sich in einem bemerkenswert hohen Maß in die Entscheidungsprozesse, teilweise mit eigenen Entwürfen für das Wappen und Vorschlägen für den Landesnamen, einbrachte. Einen wichtigen Bestandteil bilden die aus einem 1954 veranstalteten beschränkten Wettbewerb hervorgegangenen Wappenentwürfe namhafter Künstler aus dem Land wie Walter Brudi und Rudolf Yelin bzw. Josua Leander Gampp, die an der Stuttgarter bzw Karlsruher Akademie der bildenden Künste lehrten, oder auch freischaffende Gebrauchsgraphiker wie der für seine Plakate und Firmenzeichen bekannte Stuttgarter Walter Müller oder Bruno Schley aus Freiburg. Dadurch wird ein Blick auf einen nahezu unbekannten Aspekt deren Werkes möglich. Die Symbolik des Landes Baden-Württemberg ist auch Thema der Ausstellung Baden-württembergische Befindlichkeiten, die vom 24.04.-27.09.2002 in den Räumlichkeiten des Hauptstaatsarchivs Stuttgart zu sehen ist. In der Ausstellung wird auch der Bestand Vorarbeiten zum Landeswappen präsentiert: Eine Online-Version verbunden mit einer Bildauswahl ermöglicht den Besuchern, sich selbst einen Eindruck von den überlieferten Materialien zu verschaffen oder sich mit einzelnen Aspekten näher zu beschäftigen. Dieses Online-Repertorium kann auch im Internet abgerufen werden; dadurch eröffnet sich die Möglichkeit eines virtuellen Rundganges durch die Ausstellung. Der Bestand wurde im Herbst 2001 erschlossen. Er umfasst 86 Büschel. Im Februar 2002 Petra Schön
Umfang:
86 Büschel
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