Jakob Füssinger zum Plintzen (=Eggerts) und Ehefrau Agatha Hanser bekennen, daß Gerwig [Blarer], Abt zu Weingarten, ihnen sowie ihrem jüngsten nachgelassenen Sohn bzw., wenn sie keinen haben, der jüngsten Tochter auf Lebenszeit das Gut zu Halden verliehen hat, das zuvor Michael Hanser, Schwiegervater des Ausstellers, lehensweise innehatte. Die Beliehenen müssen das Gut persönlich in Hubers Weise bewirtschaften und in gutem Zustand halten. Sie dürfen es "niendert schlaitzen" und nichts daraus veräußern. Die zugehörigen Wälder dürfen nur zur Entnahme von Bau- und Brennholz für den Eigenbedarf genutzt, Eichen und andere fruchttragende ("berendt") Bäume nur mit Zustimmung des Abtes gefällt werden. Jährlich zu St. Martin bzw. den üblichen Zeiten entrichten die Beliehenen an Zins und Hubgeld 6 Scheffel Hafer für Zins und Zehnt, 5 lb h Zins, 8 Herbsthühner, 3 Fasnachthühner, 200 Eier und nach Waldburg 3 Scheffel Vogthafer und 2 Hühner, ferner 5 ß d Steuer, alles in Ravensburger Maß bzw. Währung. Bei Verletzung der Leihebedingungen, wenn sich die Beliehenen mit Leib und Gut dem Kloster "abschwaif" und ungehorsam machen, im Todesfall sowie bei Eingehung einer Ungenossamenehe fällt das Gut heim. Es muß dann mit Dritteil sowie Heu- und Strohrichte zurückgelassen werden. Anspruch auf Aufwendungsersatz besteht nicht.
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Jakob Füssinger zum Plintzen (=Eggerts) und Ehefrau Agatha Hanser bekennen, daß Gerwig [Blarer], Abt zu Weingarten, ihnen sowie ihrem jüngsten nachgelassenen Sohn bzw., wenn sie keinen haben, der jüngsten Tochter auf Lebenszeit das Gut zu Halden verliehen hat, das zuvor Michael Hanser, Schwiegervater des Ausstellers, lehensweise innehatte. Die Beliehenen müssen das Gut persönlich in Hubers Weise bewirtschaften und in gutem Zustand halten. Sie dürfen es "niendert schlaitzen" und nichts daraus veräußern. Die zugehörigen Wälder dürfen nur zur Entnahme von Bau- und Brennholz für den Eigenbedarf genutzt, Eichen und andere fruchttragende ("berendt") Bäume nur mit Zustimmung des Abtes gefällt werden. Jährlich zu St. Martin bzw. den üblichen Zeiten entrichten die Beliehenen an Zins und Hubgeld 6 Scheffel Hafer für Zins und Zehnt, 5 lb h Zins, 8 Herbsthühner, 3 Fasnachthühner, 200 Eier und nach Waldburg 3 Scheffel Vogthafer und 2 Hühner, ferner 5 ß d Steuer, alles in Ravensburger Maß bzw. Währung. Bei Verletzung der Leihebedingungen, wenn sich die Beliehenen mit Leib und Gut dem Kloster "abschwaif" und ungehorsam machen, im Todesfall sowie bei Eingehung einer Ungenossamenehe fällt das Gut heim. Es muß dann mit Dritteil sowie Heu- und Strohrichte zurückgelassen werden. Anspruch auf Aufwendungsersatz besteht nicht.
Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, B 522 III U 1504
fasc. 062 n. 04
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, B 522 III Weingarten, Benediktinerkloster: Urkunden III
Weingarten, Benediktinerkloster: Urkunden III >> Urkunden >> 16. Jahrhundert
1538 Dezember 9 (montag nach Nicolai des heiligen bischofs tag)
28 x 40,5 (Höhe x Breite)
Urkunden
Deutsch
Ausstellungsort: Altdorf
Aussteller: Jakob Füssinger zum Plintzen (=Eggerts) und Ehefrau Agatha Hanser
Empfänger: Gerwig [Blarer], Abt zu Weingarten
Siegler: Junker Hans Klas von Reischach zu Altdorf
Überlieferungsart: Ausfertigung
Siegelbeschreibung: 1 S.
Aussteller: Jakob Füssinger zum Plintzen (=Eggerts) und Ehefrau Agatha Hanser
Empfänger: Gerwig [Blarer], Abt zu Weingarten
Siegler: Junker Hans Klas von Reischach zu Altdorf
Überlieferungsart: Ausfertigung
Siegelbeschreibung: 1 S.
Füssinger, Agatha
Füssinger, Jakob
Hanser, Agatha
Hanser, Michael
Reischach, Hans Klaus von
Altdorf = Weingarten RV
Altdorf = Weingarten RV; Einwohner
Eggerts : Karsee, Wangen im Allgäu RV; Einwohner
Halden : Vogt RV
Halden : Vogt RV; Einwohner
Plintzen = Eggerts : Karsee, Wangen im Allgäu RV; Einwohner
Ravensburg RV; Maß
Ravensburg RV; Währung
Waldburg RV; Herrschaft
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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