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Vereine und Verbände: Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (Bestand)

Verzeichnungsstufe:
Bestand
Bestandssignatur:
Landesarchiv Berlin, B Rep. 232-35
Kontext:
Landesarchiv Berlin (Archivtektonik) >> B Bestände (West-) Berliner Behörden bis 1990 >> Organisationen und Vereine >> Vereine und Verbände
Bestandslaufzeit:
1949 - 2006
Bestandsbeschreibung:
Enthält: Vorstands-, Kuratoriums- und Ausschussprotokolle.- Korrespondenz.- Vorbereitung der Woche der Brüderlichkeit.- Zeitungsausschnittsammlungen.- Handakten.- Paketversand in die DDR.- Kassenbücher.- Spendensammlungen.

Bestandseinleitung: Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ) wurde am 24. November 1949 von Carl F. Zietlow nach Vorbild amerikanischer Organisationen gegründet. Ziel der Gesellschaft war und ist es, ein besseres Verständnis zwischen den Religionen zu schaffen, ohne dass sie einander angeglichen werden sollen. Durch diese Arbeit soll die Völkerverständigung insgesamt gefördert werden.
Zu den ersten Mitgliedern gehörten Siegmund Weltlinger (Mitglied des Abgeordnetenhauses), Heinrich Vockel (Berlin-Beauftragter der BRD), Edwin Redslob (TU-Professor) und Jeanette Wolff (Stadtälteste). Auch in späteren Jahren fanden sich immer wieder prominente Unterstützer aus Politik und Gesellschaft.
Die Tätigkeit der Gesellschaft konzentriert sich vor allem auf die Vorbereitung der „Woche der Brüderlichkeit“, die seit 1951 jährlich in der Bundesrepublik, seit 1952 auch in Berlin stattfindet. Hierfür wurden eine große Zahl von Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen sowie der Landes- und den Bezirksverwaltungen organisiert. Auch im Radio, in den Kinos und Theatern wurde das Programm entsprechend angepasst. Darüber hinaus wurde bis in die 1970er Jahre ein internationales Zeltlager für Jugendliche veranstaltet, das sich im In- und Ausland großer Beliebtheit erfreute. Außerdem beobachtete die GCJZ sehr genau die gesellschaftlichen und politischen Debatten, woraus eine ganze Reihe an Materialsammlungen (u.a. zum jüdischen Leben, der Wiedergutmachung, aufkeimendem Antisemitismus) resultierte. Auch zur Annäherung und Verständigung der beiden deutschen Staaten trugen die Mitglieder durch eine Paketversandaktion in den 1980er Jahren bei.
Die Unterlagen wurden 2006 als Depositum von der GCJZ an das Landesarchiv Berlin abgegeben.
Verwandte Bestände und Literatur:
Verweise: LAB B Rep. 002 Der Regierende Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei
LAB B Rep. 006 Senatsverwaltung für Finanzen
LAB B Rep. 014 Senatsverwaltung für Wissenschaft und Forschung
LAB B Rep. 232-02 Humanistische Union – Orts- und Landesverband Berlin
LAB B Rep. 232-33 Aktives Museum Faschismus und Widerstand e.V.
LAB B Rep. 232-44 Demokratischer Klub e.V.
LAB E Rep. 200-22 Nachlass Siegmund Weltlinger
LAB F Rep. 290 Allgemeine Fotosammlung

Literatur: Braunwarth, Esther: Interkulturelle Kooperation in Deutschland am Beispiel der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit, München 2011.
Brenner, Michael: Nach dem Holocaust: Juden in Deutschland 1945 - 1950, München 1995.
Grimm, Ulrich Werner (Hg.): Aufstörung tut not. Christen und Juden im Gespräch; ein Ge-Denk-Buch, Berlin 2014.
Grimm, Ulrich Werner; Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit (Hg.): Im Gespräch: 50 Jahr Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Berlin e.V., Berlin 1999.
Jungmann, Alexander: Jüdisches Leben in Berlin. Der aktuelle Wandel in einer metropolitanen Diasporagemeinde, Bielefeld 2007.
Münz, Christoph: „… damit es anders anfängt zwischen uns allen.“ 60 Jahre Woche der Brüderlichkeit, Münster 2013.
Münz, Christoph; Rudolf W. Sirsch: „Wenn nicht ich, wer? Wenn nicht jetzt, wann?“ zur gesellschaftspolitischen Bedeutung des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Berlin 2004.
Online-Beständeübersicht im Angebot des Archivs:
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