Dienststellen und Einheiten des Kriegskarten- und Vermessungswesens des Heeres (Bestand)
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BArch RH 43
call number: RH 43
Bundesarchiv (Archivtektonik) >> Norddeutscher Bund und Deutsches Reich (1867/1871-1945) >> Militär >> Reichswehr und Wehrmacht 1919 bis 1945/1946 >> Reichsheer und Heer >> Kommandobehörden, Verbände und Einheiten >> Weitere Einheiten
1939-1945
Geschichte des Bestandsbildners: Dem am 1. November 1941 eingesetzten Chef des Kriegskarten- und Vermessungswesens unterstanden unmittelbar die Höheren Offiziere des Kriegskarten- und Vermessungswesens, die Arbeitsstäbe und Heereskartenlager in den besetzten Gebieten und im Reichsgebiet sowie die Heeresplankammer, ab Juli 1940 das Kriegskartenhauptamt und die Heeresvermessungsstelle Wien. Die Dienststelle des Kommandeurs der Karten- und Vermessungstruppen war mit der Führung der Vermessungs-Regimentsstäbe, der Vermessungs- und Kartenabteilungen, der Feld- und Kartendruckereiabteilungen, der Kartenstellen und den Ia/Mess-Offizieren des Feldheeres betraut.
Die organisationsgeschichtlichen Angaben und Unterstellungsübersichten sind aus dem Werk von Georg Tessin, "Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939 - 1945", Bd. I, S. 215-216 und S. 197-198, Frankfurt/Main und Osnabrück, 1966 ff. übernommen.
Kriegskarten- und Vermessungswesen
Am 1.11.1941 wurde im Generalstab des Heeres die Dienststelle Chef des Kriegskarten- und Vermessungswesens geschaffen. Ihm unterstanden sowohl a) die vorhandenen Ämter wie b) die Truppen, diese unter einem Kommandeur der Karten- und Vermessungstruppen.
Die Kriegskarten- und Vermessungsämter waren 1941 als Deutsche Militärkartographische Institute (so Warschau, Riga, Minsk, und Prag) oder als Arbeitsstäbe für Kriegskarten- und Vermessungswesen (so Brüssel und Paris) errichtet worden und wurden 1942 zunächst mit Ortsnamen und seit September 1943 mit den Nummern 1-10 bezeichnet. Ihnen vorgesetzt waren vier Höhere Offiziere des Kriegskarten- und Vermessungswesens: Nordost, Ost, Südost und West, von denen Nordost am 1.2.1944 mit Ost verschmolzen und West nach dem Vorstoß der Alliierten an den Rhein aufgelöst wurde. So blieben nur Ost in Warschau und Südost in Prag bestehen.
Nach dem Stande vom 16.2.1944 waren die Bereiche der Höheren Offiziere wie folgt gegliedert:
Ost (Lemberg) mit den Ämtern 1 (Warschau; mit Heeres-Kartenlager 588), 2 (Riga; mit den Zweigstellen Reval und Dorpat), 3 (Kauen), 4 (Krakau; mit den Heeres-Kartenlagern 566, 569 und 587)
Südost (Prag) mit den Ämtern 7 (Prag), 8 (Belgrad), dem Arbeitsstab Athen und dem Heeres-Kartenlager 584
West (Paris) mit den Ämtern 9 (Brüssel; mit den Heeres-Kartenlagern 579 und 586) und 10 (Paris; mit Heeres-Kartenlager 585).
Der Frontnachweiser 1944/45 nennt neben dem Heeres-Hauptkartenlager 563 in Berlin die OKH-Kartenlager 562 (Hamburg), 564 (Wiesbaden), 565 (Ludwigsburg; vorher Montauban), 566 (Wien), 567 (München), 581 (Insterburg), 585, 586 und 587.
Bei allen Divisionen befanden sich Kartenstellen, die die Nummer der Divisionstruppen der jeweiligen Division trugen (siehe D I, Abschnitt 5). Die Kartenstellen der Korps führten die Nummer ihres Korps + 400, also 401 ff.
Die bei Kriegsausbruch und später durch die Beobachtungs-Ersatz-Abteilungen aufgestellten Vermessungs-Abteilungen wurden am 20.6.1941 richtig in Vermessungs- und Karten-Abteilungen umbenannt. Sie gehörten zu den Heerestruppen. Die Armee-Kartenstellen wurden 1943 in diese Abteilungen eingegliedert.
Bei den Heeresgruppen Nord, Mitte und Süd sowie beim Ob. West waren am 1.9.1943 Vermessungs-Regimentsstäbe z. b. V. errichtet worden, die 1944 wieder aufgelöst wurden.
Das OKH verfügte über die Felddruckerei-Abteilung 631; den Heeresgruppen waren nur zum Teil leichte Karten-Druckerei-Abteilungen zugeteilt worden.
Übersicht des Kriegskarten- und Vermessungswesens
Vermessungs-Regiment-Stäbe z. b. V. 1-4
Vermessungs-Abteilungen: 1-3, 501, 601, 602, 604, 607, 608, 613, 617, 618, 620, 624, 631, 633
Vermessungs- und Karten-Abteilungen: 501, 573, 601, 602, 604, 607, 608, 613, 617, 618, 620, 624, 631, 633
Kriegskarten- und Vermessungsämter: 1-10
leichte Karten-Druckerei-Abteilungen: 520, 530, 532, 535, 537, 555
Felddruckerei-Abteilung 631 (beim OKH)
Heeres-Vermessungs-Schulen
Inhaltliche Charakterisierung: Vorhanden sind nur vereinzelte Unterlagen des Kriegskartenhauptamtes/Heeresplankammer (11 AE/1942-45), des Höheren Offiziers des Kriegskarten- und Vermessungswesens Ost in Warschau (5 AE/1942-45) sowie der Heeresvermessungsstelle Wien (1 AE/1941-42), der Korpskartenstellen 411 (1AE/1940, 1941-42), 413 (1 AE/1938) und 452 (1 AE/1939-45), ferner der Vermessungs- und Kartenabteilungen 516 (5 AE/1944), 573 (1 AE/1943), 607 (1 AE/1939), 618 (2 AE/1941-42), 620 (1 AE/1945) und 633 (Chronik).
Erschließungszustand: vollständig erschlossen
Zitierweise: BArch RH 43/...
Die organisationsgeschichtlichen Angaben und Unterstellungsübersichten sind aus dem Werk von Georg Tessin, "Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939 - 1945", Bd. I, S. 215-216 und S. 197-198, Frankfurt/Main und Osnabrück, 1966 ff. übernommen.
Kriegskarten- und Vermessungswesen
Am 1.11.1941 wurde im Generalstab des Heeres die Dienststelle Chef des Kriegskarten- und Vermessungswesens geschaffen. Ihm unterstanden sowohl a) die vorhandenen Ämter wie b) die Truppen, diese unter einem Kommandeur der Karten- und Vermessungstruppen.
Die Kriegskarten- und Vermessungsämter waren 1941 als Deutsche Militärkartographische Institute (so Warschau, Riga, Minsk, und Prag) oder als Arbeitsstäbe für Kriegskarten- und Vermessungswesen (so Brüssel und Paris) errichtet worden und wurden 1942 zunächst mit Ortsnamen und seit September 1943 mit den Nummern 1-10 bezeichnet. Ihnen vorgesetzt waren vier Höhere Offiziere des Kriegskarten- und Vermessungswesens: Nordost, Ost, Südost und West, von denen Nordost am 1.2.1944 mit Ost verschmolzen und West nach dem Vorstoß der Alliierten an den Rhein aufgelöst wurde. So blieben nur Ost in Warschau und Südost in Prag bestehen.
Nach dem Stande vom 16.2.1944 waren die Bereiche der Höheren Offiziere wie folgt gegliedert:
Ost (Lemberg) mit den Ämtern 1 (Warschau; mit Heeres-Kartenlager 588), 2 (Riga; mit den Zweigstellen Reval und Dorpat), 3 (Kauen), 4 (Krakau; mit den Heeres-Kartenlagern 566, 569 und 587)
Südost (Prag) mit den Ämtern 7 (Prag), 8 (Belgrad), dem Arbeitsstab Athen und dem Heeres-Kartenlager 584
West (Paris) mit den Ämtern 9 (Brüssel; mit den Heeres-Kartenlagern 579 und 586) und 10 (Paris; mit Heeres-Kartenlager 585).
Der Frontnachweiser 1944/45 nennt neben dem Heeres-Hauptkartenlager 563 in Berlin die OKH-Kartenlager 562 (Hamburg), 564 (Wiesbaden), 565 (Ludwigsburg; vorher Montauban), 566 (Wien), 567 (München), 581 (Insterburg), 585, 586 und 587.
Bei allen Divisionen befanden sich Kartenstellen, die die Nummer der Divisionstruppen der jeweiligen Division trugen (siehe D I, Abschnitt 5). Die Kartenstellen der Korps führten die Nummer ihres Korps + 400, also 401 ff.
Die bei Kriegsausbruch und später durch die Beobachtungs-Ersatz-Abteilungen aufgestellten Vermessungs-Abteilungen wurden am 20.6.1941 richtig in Vermessungs- und Karten-Abteilungen umbenannt. Sie gehörten zu den Heerestruppen. Die Armee-Kartenstellen wurden 1943 in diese Abteilungen eingegliedert.
Bei den Heeresgruppen Nord, Mitte und Süd sowie beim Ob. West waren am 1.9.1943 Vermessungs-Regimentsstäbe z. b. V. errichtet worden, die 1944 wieder aufgelöst wurden.
Das OKH verfügte über die Felddruckerei-Abteilung 631; den Heeresgruppen waren nur zum Teil leichte Karten-Druckerei-Abteilungen zugeteilt worden.
Übersicht des Kriegskarten- und Vermessungswesens
Vermessungs-Regiment-Stäbe z. b. V. 1-4
Vermessungs-Abteilungen: 1-3, 501, 601, 602, 604, 607, 608, 613, 617, 618, 620, 624, 631, 633
Vermessungs- und Karten-Abteilungen: 501, 573, 601, 602, 604, 607, 608, 613, 617, 618, 620, 624, 631, 633
Kriegskarten- und Vermessungsämter: 1-10
leichte Karten-Druckerei-Abteilungen: 520, 530, 532, 535, 537, 555
Felddruckerei-Abteilung 631 (beim OKH)
Heeres-Vermessungs-Schulen
Inhaltliche Charakterisierung: Vorhanden sind nur vereinzelte Unterlagen des Kriegskartenhauptamtes/Heeresplankammer (11 AE/1942-45), des Höheren Offiziers des Kriegskarten- und Vermessungswesens Ost in Warschau (5 AE/1942-45) sowie der Heeresvermessungsstelle Wien (1 AE/1941-42), der Korpskartenstellen 411 (1AE/1940, 1941-42), 413 (1 AE/1938) und 452 (1 AE/1939-45), ferner der Vermessungs- und Kartenabteilungen 516 (5 AE/1944), 573 (1 AE/1943), 607 (1 AE/1939), 618 (2 AE/1941-42), 620 (1 AE/1945) und 633 (Chronik).
Erschließungszustand: vollständig erschlossen
Zitierweise: BArch RH 43/...
Dienststellen und Einheiten des Kriegskarten- und Vermessungswesens des Heeres, 1939-1945
87 Aufbewahrungseinheiten; 0,4 laufende Meter
Archivbestand
deutsch
Fremde Archive: Deutsche Dienststelle (WASt), Berlin: Erkennungsmarkenverzeichnisse und namentliche Verlustmeldungen
Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv: Bestände:
RH 5 (OKH / Chef des Kriegskarten- und Vermessungswesens)
MSG 2 (Militärgeschichtliche Sammlung)
Literatur: Held, Walter: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg. Eine Bibliographie der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur. 5 Bde. Osnabrück 1978 ff.
Tessin, Georg: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939-1945. 20 Bde. Osnabrück 1967 ff.
Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv: Bestände:
RH 5 (OKH / Chef des Kriegskarten- und Vermessungswesens)
MSG 2 (Militärgeschichtliche Sammlung)
Literatur: Held, Walter: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg. Eine Bibliographie der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur. 5 Bde. Osnabrück 1978 ff.
Tessin, Georg: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939-1945. 20 Bde. Osnabrück 1967 ff.
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
24.04.2026, 10:58 AM CEST
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- Bundesarchiv (Archivtektonik)
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- Reichswehr und Wehrmacht 1919 bis 1945/1946 (Archival tectonics)
- Reichsheer und Heer (Archival tectonics)
- Kommandobehörden, Verbände und Einheiten (Archival tectonics)
- Weitere Einheiten (Archival tectonics)
- Dienststellen und Einheiten des Kriegskarten- und Vermessungswesens des Heeres (Archival holding)