Bruchsal-Odenheim (Hochstift Speyer, Stift Odenheim) (Bestand)
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Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 42
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe (Archivtektonik) >> Ältere Bestände (vornehmlich aus der Zeit des Alten Reichs) >> Urkunden >> Größere Territorien >> Bruchsal-Odenheim (Hochstift Speyer, Stift Odenheim)
6. Mai 1056-20. Oktober 1806
Überlieferungsgeschichte
Bei der Säkularisation des Hochstifts Speyer 1803 Übernahme des bischöflichen Regierungsarchivs in Bruchsal durch Baden; Transport des nach Wien geflüchteten Domkapitelsarchivs 1803 in das Provinzialarchiv Mannheim, 1808 ins Generallandesarchiv. Seit 1815 Extraditionen der linksrheinischen Pertinenzen an die bayerischen Archive (München und Speyer). Vereinigung der hochstiftischen Urkunden mit denen des ebenfalls säkularisierten Ritterstifts Odenheim/Bruchsal. Einreihung der ältesten Urkunden in die Bestände A-E.
Inhalt und Bewertung
Generalia Hochstift ("Bruchsal"), Kirchendiener Bruchsal, Generalia Ritterstift ("Odenheim", in der Ortsrubrik Odenheim), Kirchendiener Odenheim; badische Orte A-Z, nichtbadische Orte B-Z
Überlieferungsgeschichte: Bereits im frühen Mittelalter reichte die Diözese Speyer weit in rechtsrheinisches Gebiet und grenzte östlich des Neckars an die Sprengel der Bischöfe von Augsburg und Würzburg. Seit der Zeit der Salier kam dann auch noch umfangreicher weltlicher Herrschaftsbesitz im Anglachgau, am Bruhrain und im Kraichgau hinzu, so dass das spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Hochstift Speyer je etwa zur Hälfte dieseits und jenseits des Rheins lag. Nach der Vertreibung aus ihrer Kathedralstadt um die Wende des 13. Jahrhunderts nahmen die Speyrer Bischöfe zunächst Residenz in Udenheim (Philippsburg), schließlich seit 1720 in Bruchsal. So war Bruchsal am Ende des Alten Reiches Sitz nicht allein der weltlichen sondern auch der geistlichen Behörden des Bistums sowie des bischöflichen Archivs. Letzteres erlebte seit 1792 mehrere abenteuerliche Flüchtungen durch Mitteleuropa, bis über Wien hinaus, und gelangte infolge der Säkularisation nach seiner Rückkehr 1803 mit den rechtsrheinischen Teilen des Hochstifts an das Kurfürstentum, dann Großherzogtum Baden. Zunächst ins Provinzialarchiv nach Mannheim verbracht, wurde es 1808 dem Generallandesarchiv in Karlsruhe einverleibt. Das Archiv des Bruchsaler Vikariats, das noch bis zur Gründung der Erzdiözese Freiburg (1821) die Aufgaben der geistlichen Verwaltung wahrgenommen hatte, kam 1822 ebenfalls nach Karlsruhe. Das Domkapitel und sein Archiv waren allzeit bei der Kathedrale in Speyer geblieben. Vor den Heeren der Französischen Revolution wurde das Domstiftsarchiv in den Jahren 1792 bis 1801 von Speyer über Mainz, Bonn, Amsterdam, Bremen, Würzburg, Hannoversch Münden, Frankfurt am Main, Bauerbach und Heilbronn nach Bruchsal geflüchtet. Da, als das domstiftische Schriftgut in der bischöflichen Residenz eintraf, die Stadt Speyer noch zum revolutionären Frankreich gehörte, beließ man das domkapitelische Archiv sicherheitshalber rechts des Rheins. So wurde es 1802/03 ebenso wie das bischöfliche von Baden säkularisiert und teilte fortan die Geschicke des bischöflichen Archivs. Das durch die Grafen von Lauffen gegründete Kloster Wigoldesberg in Odenheim (St. Peter und Paul) ist seit 1123 bezeugt und wurde 1494 in ein Kanonikerstift umgewandelt, dessen Pfründen stets Angehörigen des Adels vorbehalten blieben. 1507 erfolgte unter Beibehaltung des Namens Odenheim seine Verlegung in die Liebfrauenkirche nach Bruchsal, wo es ¿ mit seinem weitgestreuten Besitz der bischöflichen Landeshoheit unterworfen ¿ bis zur Säkularisation durch Baden verblieb. Die Schicksale des Bruchsal-Odenheimer Stiftsarchivs sind im einzelnen noch nicht erforscht.
Bearbeitungsgeschichte: Der Bestand 42 umfasst den Kern der Urkundenarchive des Hochstifts und des Domstifts Speyer sowie die Urkunden des Ritterstifts Bruchsal-Odenheim. Er zählt 5611 Nummern bzw. 47,5 Regalmeter. Im 19. Jahrhundert wurden linksrheinische Ortsbetreffe an Bayern extradiert, jedoch blieb der Hauptteil des Archivs mit den älteren speyrischen Königsurkunden, den Kopialbüchern und sonstigen Generalia in Karlsruhe. Von Bayern wurden im Gegenzug Urkunden der Speyrer Nebenstifte, soweit diese rechtsrheinisches Gebiet betreffen, an Baden abgegeben. Der solcherart konstituierte Mischbestand wurde entsprechend den damaligen badischen Archivgrundsätzen nach Generalia sowie Lokalpertinenzen und Sachrubriken strukturiert. Die Erschließung mittels Kurzregesten besorgte Karl Obser zwischen 1894 und 1896. Im Zusammenhang mit der Umtaschung und Neusignierung der Urkunden in den Jahren 1985 bis 1987 haben Hansmartin Schwarzmaier und Reinhold Rupp die noch unverzeichneten Urkunden in das Repertorium nachgetragen und dieses überarbeitet. Die digitale Konversion der teils hand-, teils maschinengeschriebenen Findmittel zum Zweck der Präsentation im Internet besorgte 2012 Alfred Becher, die anschließende Endredaktion und diese Einleitung Kurt Andermann (2014). Weitere Archivalien gleicher Provenienzen liegen vor allem in den Beständen A-E, 44, 61-68, 72, 73, 78, 94, 133, 144, 153, 168, 172, 203 und 218 sowie im Ortsaktenbestand 229 bei den vormals zum Hochstift Speyer oder zum Stift Bruchsal-Odenheim gehörigen Orten. Der Bestand ist vollständig digitalisiert (März 2024). Benutzung nur über das Online-Findmittel (keine Vorlage von Originalen mehr).
Literatur: Hansmartin Schwarzmaier/Gabriele Wüst (Bearb.), Die Bestände des Generallandesarchivs Karlsruhe, Teil 2, Urkundenbestände (1-45) (Veröffentlichungen der staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg 39/2), Stuttgart 1996, S.246-250; Kurt Andermann, Kestenburg ¿ Speyer ¿ Bruchsal. Zur Geschichte der Archive von Hochstift und Domstift Speyer, in: Volker Rödel (Hg.), Umbruch und Aufbruch nach 1800 in Süddeutschland und im Rheinland (Werkhefte der staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg A 20), Stuttgart 2005, S. 45-57; Hansmartin Schwarzmaier, Odenheim, in: Franz Quarthal u. a. (Hgg.), Die Benediktinerklöster in Baden-Württemberg (Germania Benedictina 5), Augsburg 1975, S. 464-471.
Bei der Säkularisation des Hochstifts Speyer 1803 Übernahme des bischöflichen Regierungsarchivs in Bruchsal durch Baden; Transport des nach Wien geflüchteten Domkapitelsarchivs 1803 in das Provinzialarchiv Mannheim, 1808 ins Generallandesarchiv. Seit 1815 Extraditionen der linksrheinischen Pertinenzen an die bayerischen Archive (München und Speyer). Vereinigung der hochstiftischen Urkunden mit denen des ebenfalls säkularisierten Ritterstifts Odenheim/Bruchsal. Einreihung der ältesten Urkunden in die Bestände A-E.
Inhalt und Bewertung
Generalia Hochstift ("Bruchsal"), Kirchendiener Bruchsal, Generalia Ritterstift ("Odenheim", in der Ortsrubrik Odenheim), Kirchendiener Odenheim; badische Orte A-Z, nichtbadische Orte B-Z
Überlieferungsgeschichte: Bereits im frühen Mittelalter reichte die Diözese Speyer weit in rechtsrheinisches Gebiet und grenzte östlich des Neckars an die Sprengel der Bischöfe von Augsburg und Würzburg. Seit der Zeit der Salier kam dann auch noch umfangreicher weltlicher Herrschaftsbesitz im Anglachgau, am Bruhrain und im Kraichgau hinzu, so dass das spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Hochstift Speyer je etwa zur Hälfte dieseits und jenseits des Rheins lag. Nach der Vertreibung aus ihrer Kathedralstadt um die Wende des 13. Jahrhunderts nahmen die Speyrer Bischöfe zunächst Residenz in Udenheim (Philippsburg), schließlich seit 1720 in Bruchsal. So war Bruchsal am Ende des Alten Reiches Sitz nicht allein der weltlichen sondern auch der geistlichen Behörden des Bistums sowie des bischöflichen Archivs. Letzteres erlebte seit 1792 mehrere abenteuerliche Flüchtungen durch Mitteleuropa, bis über Wien hinaus, und gelangte infolge der Säkularisation nach seiner Rückkehr 1803 mit den rechtsrheinischen Teilen des Hochstifts an das Kurfürstentum, dann Großherzogtum Baden. Zunächst ins Provinzialarchiv nach Mannheim verbracht, wurde es 1808 dem Generallandesarchiv in Karlsruhe einverleibt. Das Archiv des Bruchsaler Vikariats, das noch bis zur Gründung der Erzdiözese Freiburg (1821) die Aufgaben der geistlichen Verwaltung wahrgenommen hatte, kam 1822 ebenfalls nach Karlsruhe. Das Domkapitel und sein Archiv waren allzeit bei der Kathedrale in Speyer geblieben. Vor den Heeren der Französischen Revolution wurde das Domstiftsarchiv in den Jahren 1792 bis 1801 von Speyer über Mainz, Bonn, Amsterdam, Bremen, Würzburg, Hannoversch Münden, Frankfurt am Main, Bauerbach und Heilbronn nach Bruchsal geflüchtet. Da, als das domstiftische Schriftgut in der bischöflichen Residenz eintraf, die Stadt Speyer noch zum revolutionären Frankreich gehörte, beließ man das domkapitelische Archiv sicherheitshalber rechts des Rheins. So wurde es 1802/03 ebenso wie das bischöfliche von Baden säkularisiert und teilte fortan die Geschicke des bischöflichen Archivs. Das durch die Grafen von Lauffen gegründete Kloster Wigoldesberg in Odenheim (St. Peter und Paul) ist seit 1123 bezeugt und wurde 1494 in ein Kanonikerstift umgewandelt, dessen Pfründen stets Angehörigen des Adels vorbehalten blieben. 1507 erfolgte unter Beibehaltung des Namens Odenheim seine Verlegung in die Liebfrauenkirche nach Bruchsal, wo es ¿ mit seinem weitgestreuten Besitz der bischöflichen Landeshoheit unterworfen ¿ bis zur Säkularisation durch Baden verblieb. Die Schicksale des Bruchsal-Odenheimer Stiftsarchivs sind im einzelnen noch nicht erforscht.
Bearbeitungsgeschichte: Der Bestand 42 umfasst den Kern der Urkundenarchive des Hochstifts und des Domstifts Speyer sowie die Urkunden des Ritterstifts Bruchsal-Odenheim. Er zählt 5611 Nummern bzw. 47,5 Regalmeter. Im 19. Jahrhundert wurden linksrheinische Ortsbetreffe an Bayern extradiert, jedoch blieb der Hauptteil des Archivs mit den älteren speyrischen Königsurkunden, den Kopialbüchern und sonstigen Generalia in Karlsruhe. Von Bayern wurden im Gegenzug Urkunden der Speyrer Nebenstifte, soweit diese rechtsrheinisches Gebiet betreffen, an Baden abgegeben. Der solcherart konstituierte Mischbestand wurde entsprechend den damaligen badischen Archivgrundsätzen nach Generalia sowie Lokalpertinenzen und Sachrubriken strukturiert. Die Erschließung mittels Kurzregesten besorgte Karl Obser zwischen 1894 und 1896. Im Zusammenhang mit der Umtaschung und Neusignierung der Urkunden in den Jahren 1985 bis 1987 haben Hansmartin Schwarzmaier und Reinhold Rupp die noch unverzeichneten Urkunden in das Repertorium nachgetragen und dieses überarbeitet. Die digitale Konversion der teils hand-, teils maschinengeschriebenen Findmittel zum Zweck der Präsentation im Internet besorgte 2012 Alfred Becher, die anschließende Endredaktion und diese Einleitung Kurt Andermann (2014). Weitere Archivalien gleicher Provenienzen liegen vor allem in den Beständen A-E, 44, 61-68, 72, 73, 78, 94, 133, 144, 153, 168, 172, 203 und 218 sowie im Ortsaktenbestand 229 bei den vormals zum Hochstift Speyer oder zum Stift Bruchsal-Odenheim gehörigen Orten. Der Bestand ist vollständig digitalisiert (März 2024). Benutzung nur über das Online-Findmittel (keine Vorlage von Originalen mehr).
Literatur: Hansmartin Schwarzmaier/Gabriele Wüst (Bearb.), Die Bestände des Generallandesarchivs Karlsruhe, Teil 2, Urkundenbestände (1-45) (Veröffentlichungen der staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg 39/2), Stuttgart 1996, S.246-250; Kurt Andermann, Kestenburg ¿ Speyer ¿ Bruchsal. Zur Geschichte der Archive von Hochstift und Domstift Speyer, in: Volker Rödel (Hg.), Umbruch und Aufbruch nach 1800 in Süddeutschland und im Rheinland (Werkhefte der staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg A 20), Stuttgart 2005, S. 45-57; Hansmartin Schwarzmaier, Odenheim, in: Franz Quarthal u. a. (Hgg.), Die Benediktinerklöster in Baden-Württemberg (Germania Benedictina 5), Augsburg 1975, S. 464-471.
5485 Archivalieneinheiten im Nummernbereich 1-5446.
Bestand
Inventare des Großherzoglich Badischen General-Landesarchivs, 4. Band, Karlsruhe 1911, S. 294-305; Hansmartin Schwarzmaier/Gabriele Wüst (Bearb.), Die Bestände des Generallandesarchivs Karlsruhe, Teil 2, Urkundenbestände (1-45) (Veröffentlichungen der staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg 39/2), Stuttgart 1996, S.246-250; Franz Xaver Remling, Urkundenbuch zur Geschichte der Bischöfe zu Speyer, Bd. 1, 2, Mainz 1852, 1853, Neudruck Aalen 1970; Kurt Andermann, Kestenburg ¿ Speyer ¿ Bruchsal. Zur Geschichte der Archive von Hochstift und Domstift Speyer, in: Volker Rödel (Hg.), Umbruch und Aufbruch nach 1800 in Süddeutschland und im Rheinland (Werkhefte der staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg A 20), Stuttgart 2005, S. 45-57; Hansmartin Schwarzmaier, Odenheim, in: Franz Quarthal u. a. (Hgg.), Die Benediktinerklöster in Baden-Württemberg (Germania Benedictina 5), Augsburg 1975, S. 464-471.
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
03.04.2025, 11:03 AM CEST
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