Tätlichkeiten / Beleidigung
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GerKer, 534
GerKer Schöffengericht Kerpen
Schöffengericht Kerpen >> 4 Kriminalfälle der Niedergerichtsbarkeit >> 4.1 Beleidigung, üble Nachrede - ohne und mit Tätlichkeiten
1737
Enthält: Auf Veranlassung von Wilhelm Greff ermittelt der fiskalische Anwalt gegen Heinrich Jonen, den Burghalbwinner zu Derkum in der Herrschaft Lommersum. Der Beklagte hätte am Fest St. Matthäus (21.9.) Greffs Frau Barbara Effers und ihre Tochter Petronella mit Schlägen traktiert. Bei seiner Frau sei der Verlust des linken Auges zu befürchten. Zum Beweis legt er den Visitationsbericht des Chirurgen Merten Brewer vom 23.9. vor. Er fordert vom Verursacher die Verpflegungs- und die Arztkosten, die dieser dem Chirurgen Brewer bereits zugesagt hatte. Außerdem soll Jonen der Tochter, die bei ihm in Diensten stand, Kleidung und andere Bedarfsgüter ("leingereyden") und den schuldigen Lohn geben. Beim Verhör am 27.9. will der Beschuldigte zunächst nicht gestehen. Atteste, des Feldscherers Martinus und zweier Männer namens Gellis Stoibel (?) und Johannes Kannen, bezeugen nämlich, dass die Verletzungen der Tochter nicht behandlungsbedürftig gewesen seien, und dass die Frau Greffs den Beklagten mit Schimpfworten (Schelm, Hurenjäger, "nackiger Vogel, der selber kaum Brot zu fressen hat") zu den Handgreiflichkeiten provoziert habe. Bei der Gegenüberstellung mit den Geschädigten erklärt sich Jonen aber zur Übernahme der Behandlungs- und der Gerichtskosten und einer Strafe von 3 Rtlr für die Verwundungen, die er verursachte, bereit. Außerdem wird vereinbart, dass, um Streit über die Verpflegungskosten zu verhindern, er dafür täglich 8 Albus bezahlen soll. Wenn Frau Barbara "wider verhoffen" erblinden sollte, wird das Gericht eine entsprechende Vergeltung festsetzen. Obwohl alle Beteiligten den Vergleich unterschrieben, kommt Wilhelm Greff am 12.10. erneut vor das Gericht, weil Heinrich Jonen das Geld bisher nicht gezahlt hat. Er erhält eine Frist von 2 Tagen. Andernfalls soll der Gerichtsbote zu Lommersum, Peter Denrath, unter Androhung von 6 Gulden Brüchtenstrafe die Schuld vollstrecken.
Schriftstücke: 5
Archivale
Brewer, Merten, Chirurg
Denrath, Peter, Gerichtsbote zu Lommersum
Effers, Barbara, Frau von Wilhelm Greff
Greff (Greeff), Wilhelm
Greff, Petronella
Heinrich Jonen, Burghalbwinner zu Derkum
Kannen, Johannes
St. Matthäus (21.9.)
Stoibel (?), Gellis
Derkum, in der Herrschaft Lommersum
Beleidigung
Fiskal
Gerichtsprotokolle
Tätlichkeiten
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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