Stadt Unna (Dep.) / Urkunden (Bestand)
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D 214u
Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen (Archivtektonik) >> 1. Territorien des Alten Reiches bis 1802/03 einschließlich Kirchen, Stifter, Klöster, Städte u.ä. >> 1.4. Preußisches Westfalen (D) >> 1.4.1. Grafschaft Mark mit Soest und Lippstadt >> 1.4.1.3. Pfarreien und Städte
1321-1805
Bestandsgeschichte: Städtische Freiheiten nach 1278, seit 1290 Rat.
Form und Inhalt: In einer Urkunde des Kölner Erzbischofs Pilgrim wurde Unna am 6. August 1032 erstmals urkundlich erwähnt. Anfang des 13. Jahrhunderts war Graf Friedrich von Altena-Isenberg vom Köln u.a. mit Unna belehnt, doch fiel nach dem Mord an seinem Onkel Erzbischof Engelbert von Berg 1225 sein Besitz an seinen Vetter Graf Adolf von Altena. Dieser befestigte Unna und nannte sich nach seiner neuen Residenz Graf von der Mark. Nach Erstürmung und Brandschatzung Unnas durch Köln 1264 gelang nach der Schlacht bei Worringen 1288 die Befreiung von der kölnischen Vorherrschaft, und Unna erhielt vom Grafen von der Mark das Stadtrecht und das Marktrecht samt niederer Gerichtsbarkeit, blieb jedoch bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein unbedeutendes Ackerbürgerstädtchen.
Das älteste Stadtsiegel ist 1290 greifbar, als auch erstmals ein Rat erwähnt wird. Der Dauerkonflikt mit Köln zog mehrere schwere Stadtbrände nach sich, denen mehrmals ein Wiederaufbau folgte. Trotz der zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen erlebte Unna schon im 14. Jahrhundert einen nachhaltigen wirtschaftlichen Aufstieg, insbesondere durch den Fernhandel (1469 bis 1518 und wieder ab 1540 Mitglied der Hanse), der bis zum Ende des 16. Jahrhunderts anhielt.
Mehr als die Hälfte seiner Einwohner verlor Unna durch die Pest 1597. Nach Aussterben der alten Linie der Grafen von der Mark im Jahre 1609 fiel die Stadt Unna mit der Mark im Zuge des Jülich-Klever Erbfolgestreits (1609-14) bei der Teilung der Vereinigten Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg zunächst provisorisch und 1666 durch Erbvergleich endgültig an Kurbrandenburg. In Unna stand bis 1756 ein Regiment zu Fuß. Nachdem in Unna am 4. Februar 1673 durch französischen Beschuß bereits 220 Häuser zerstört worden waren, folgten 1678 und 1723 wiederum Stadtbrände. Darüber hinaus hatte Unna im Siebenjährigen Krieg Kampfhandlungen, Einquartierungen und Truppendurchzüge zu erleiden.
Unna, am 21. Januar 1808 mit der Grafschaft Mark dem neu geschaffenen Großherzogtum Berg zugeschlagen, wurde Sitz der Munizipalität Unna, die wiederum mit anderen Munizipalitäten den Kanton Unna im Arrondissement Dortmund bildete. Im November 1813 übernahm wieder Preußen das Regiment, doch blieb die französische Verwaltungsgliederung zunächst bestehen. 1817 entstand der Kreis Hamm durch den Zusammenschluss der Bürgermeistereien Hamm, Pelkum, Rhynern, Kamen, Unna und Fröndenberg.
Das Depositum Stadt Unna im Landesarchiv NRW Abt. Westfalen umfaßt 710 Urkunden mit einer Laufzeit von 1321 bis 1805. Das ursprünglich handschriftlich vorliegende Findbuch A 350 I Grafschaft Mark - Urkunden wurde mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Rahmen eines Projektes im Frühjahr 2010 von Roland Lesniak unter der Betreuung von Thomas Reich mit dem Verzeichnungsprogramm VERA abgeschrieben. Dabei wurden zahlreiche Urkunden neu verzeichnet, überarbeitet, ergänzt oder neu signiert.
Abbildungen von Hausmarken und Siegeln sind z.T. im alten Findbuch enthalten. Für die Urkunden von 1321 bis 1400 liegt im Band 2 des alten Findbuchs (A 398 XXa Bd.2) eine Spezialverzeichnung mit verkürzten Regesten vor, welche durch einen Personenindex erschlossen ist.
Ergänzungsüberlieferung im Landesarchiv NRW Abt. Westfalen: Bestand Grafschaft Mark, Städte, Unna. Weitere Akten befinden sich im Stadtarchiv Unna.
Literatur:
Reinhard Lüdicke (Bearb.), Unna (Westfälische Stadtrechte 3,1), Münster 1930.
Willy Timm (Bearb.), Das Bürgerbuch der Stadt Unna 1668-1808, in: Beiträge zur Geschichte Dortmunds und der Grafschaft Mark 60 (1963), S. 315-355.
Willy Timm, Unnaer Chronik (Schriftenreihe zur Geschichte Unnas und der Grafschaft Mark), Unna 1982.
Münster, den 13.08.2010
Dr. Thomas Reich
Form und Inhalt: In einer Urkunde des Kölner Erzbischofs Pilgrim wurde Unna am 6. August 1032 erstmals urkundlich erwähnt. Anfang des 13. Jahrhunderts war Graf Friedrich von Altena-Isenberg vom Köln u.a. mit Unna belehnt, doch fiel nach dem Mord an seinem Onkel Erzbischof Engelbert von Berg 1225 sein Besitz an seinen Vetter Graf Adolf von Altena. Dieser befestigte Unna und nannte sich nach seiner neuen Residenz Graf von der Mark. Nach Erstürmung und Brandschatzung Unnas durch Köln 1264 gelang nach der Schlacht bei Worringen 1288 die Befreiung von der kölnischen Vorherrschaft, und Unna erhielt vom Grafen von der Mark das Stadtrecht und das Marktrecht samt niederer Gerichtsbarkeit, blieb jedoch bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein unbedeutendes Ackerbürgerstädtchen.
Das älteste Stadtsiegel ist 1290 greifbar, als auch erstmals ein Rat erwähnt wird. Der Dauerkonflikt mit Köln zog mehrere schwere Stadtbrände nach sich, denen mehrmals ein Wiederaufbau folgte. Trotz der zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen erlebte Unna schon im 14. Jahrhundert einen nachhaltigen wirtschaftlichen Aufstieg, insbesondere durch den Fernhandel (1469 bis 1518 und wieder ab 1540 Mitglied der Hanse), der bis zum Ende des 16. Jahrhunderts anhielt.
Mehr als die Hälfte seiner Einwohner verlor Unna durch die Pest 1597. Nach Aussterben der alten Linie der Grafen von der Mark im Jahre 1609 fiel die Stadt Unna mit der Mark im Zuge des Jülich-Klever Erbfolgestreits (1609-14) bei der Teilung der Vereinigten Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg zunächst provisorisch und 1666 durch Erbvergleich endgültig an Kurbrandenburg. In Unna stand bis 1756 ein Regiment zu Fuß. Nachdem in Unna am 4. Februar 1673 durch französischen Beschuß bereits 220 Häuser zerstört worden waren, folgten 1678 und 1723 wiederum Stadtbrände. Darüber hinaus hatte Unna im Siebenjährigen Krieg Kampfhandlungen, Einquartierungen und Truppendurchzüge zu erleiden.
Unna, am 21. Januar 1808 mit der Grafschaft Mark dem neu geschaffenen Großherzogtum Berg zugeschlagen, wurde Sitz der Munizipalität Unna, die wiederum mit anderen Munizipalitäten den Kanton Unna im Arrondissement Dortmund bildete. Im November 1813 übernahm wieder Preußen das Regiment, doch blieb die französische Verwaltungsgliederung zunächst bestehen. 1817 entstand der Kreis Hamm durch den Zusammenschluss der Bürgermeistereien Hamm, Pelkum, Rhynern, Kamen, Unna und Fröndenberg.
Das Depositum Stadt Unna im Landesarchiv NRW Abt. Westfalen umfaßt 710 Urkunden mit einer Laufzeit von 1321 bis 1805. Das ursprünglich handschriftlich vorliegende Findbuch A 350 I Grafschaft Mark - Urkunden wurde mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Rahmen eines Projektes im Frühjahr 2010 von Roland Lesniak unter der Betreuung von Thomas Reich mit dem Verzeichnungsprogramm VERA abgeschrieben. Dabei wurden zahlreiche Urkunden neu verzeichnet, überarbeitet, ergänzt oder neu signiert.
Abbildungen von Hausmarken und Siegeln sind z.T. im alten Findbuch enthalten. Für die Urkunden von 1321 bis 1400 liegt im Band 2 des alten Findbuchs (A 398 XXa Bd.2) eine Spezialverzeichnung mit verkürzten Regesten vor, welche durch einen Personenindex erschlossen ist.
Ergänzungsüberlieferung im Landesarchiv NRW Abt. Westfalen: Bestand Grafschaft Mark, Städte, Unna. Weitere Akten befinden sich im Stadtarchiv Unna.
Literatur:
Reinhard Lüdicke (Bearb.), Unna (Westfälische Stadtrechte 3,1), Münster 1930.
Willy Timm (Bearb.), Das Bürgerbuch der Stadt Unna 1668-1808, in: Beiträge zur Geschichte Dortmunds und der Grafschaft Mark 60 (1963), S. 315-355.
Willy Timm, Unnaer Chronik (Schriftenreihe zur Geschichte Unnas und der Grafschaft Mark), Unna 1982.
Münster, den 13.08.2010
Dr. Thomas Reich
710 Urkunden.; 720 Urkunden, Findbuch D 214u, Bde. 1 und 2 mit Index für die Urkunden 1321-1400.
Bestand
German
Willy Timm (Bearb.), Das Bürgerbuch der Stadt Unna 1668-1808, in: Beiträge zur Geschichte Dortmunds und der Grafschaft Mark 60 (1963), S. 315-355.
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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05.11.2025, 1:59 PM CET
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- Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Westfalen
- Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen (Archivtektonik)
- 1. Territorien des Alten Reiches bis 1802/03 einschließlich Kirchen, Stifter, Klöster, Städte u.ä. (Archival tectonics)
- 1.4. Preußisches Westfalen (D) (Archival tectonics)
- 1.4.1. Grafschaft Mark mit Soest und Lippstadt (Archival tectonics)
- 1.4.1.3. Pfarreien und Städte (Archival tectonics)
- Stadt Unna (Dep.) / Urkunden (Archival holding)