Sammlung von Fotographien "Aus dem Leben der Herzogin Wera (*1854, +1912)" (Bestand)

Verzeichnungsstufe:
Bestand
Bestandssignatur:
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, J 320
Kontext:
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Sammlungen >> Bildsammlungen
Bestandsbeschreibung:
Überlieferungsgeschichte

1. Zur Person Herzogin Weras
Herzogin Wera von Württemberg wurde am 16. Februar 1854 in Petersburg als Tochter des Großfürsten Konstantin aus dem Hause Romanow-Holstein-Gottorp und einer geborenen Prinzessin von Sachsen Altenburg geboren. Sie war somit eine Nichte des Zaren Alexander II. von Rußland und der Königin Olga von Württemberg.
Mit 9 Jahren zog sie an den Hof ihrer Tante nach Stuttgart, der ihre zweite Heimat wurde. Am 8. Mai 1874 heiratete sie Herzog Eugen von Württemberg (1846-1877), der jedoch schon früh (nach 3 Jahren Ehe) verstarb. Ihre Kinder, die Zwillingstöchter Elsa und Olga, wurden am 1. März 1876 geboren. Sie heirateten 1897 bzw. 1898 die Prinzen Albrecht bzw. Maximilian von Schaumburg-Lippe.
Nach dem Tod ihres Mannes wohnte Wera weiterhin bei ihrer Tante Königin Olga; im Sommer in der Villa Berg, im Winter im Neuen Schloß zu Stuttgart. Wegen ihres engagierten sozialen Wirkens erfreute sie sich großer Beliebtheit. Seit 1888 hatte sie beim 1. Württembergischen Ulanen-Regiment König Karl Nr. 19 den (Ehren-)rang eines Generalmajors inne. Auf ihr Betreiben hin wurde in Stuttgart die russische (orthodoxe) Gesandtschaftskirche errichtet und 1895 eingeweiht. Kurz vor ihrem Tode, 1909, trat sie vom orthodoxen Glauben zur evangelischen Kirche über. Am 11. April 1912 starb Herzogin Wera in Stuttgart.

Inhalt und Bewertung

2. Zum Bestand
Der Bestand wurde bis 1988 im Militärarchiv (unter der Signatur M 700/5) verwahrt, dann bei seiner Verzeichnung wegen mangelnder militärischer Bezüge den Sammlungen als Bestand J 320 zugeordnet. Sein Entstehungszusammenhang und die Umstände seiner Übergabe ins Militärarchiv sind nicht mehr zu klären, der militärische Ehrenrang der Herzogin könnte aber eine Erklärung bieten.
Der Dokumentationswert des Bestandes liegt hauptsächlich in der Bereitstellung von Bildern zur Familie der Herzogin und zu ihrer alltäglichen Lebenswelt. Einen beträchtlichen Anteil haben außerdem die Aufnahmen von ihren Urlaubsaufenthalten in den Alpen. Für stadt- und landesgeschichtliche Fragestellungen sind nur wenige Aufnahmen von Stuttgart im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts interessant. Alle Aufnahmen sind etwa zwischen 1900 und 1911 entstanden.
Der aus etwa 730 Aufnahmen bestehende Bestand umfaßt sowohl die Negative wie jeweils zwei Kontaktabzüge. Aus konservatorischen Gründen werden die Negative gesondert verwahrt. Sie sind nach Numerus currens geordnet. Eine Einzelverzeichnung der Aufnahmen war wegen mangelnder Identifizierungsmöglichkeiten undurchführbar. Gleichartige Motive wurden zu Gruppen zusammengestellt, deren Abzüge gemeinsam verpackt und gruppenweise verzeichnet. Der Verweis auf die entsprechende Nummer des Negativs befindet sich jeweils auf der Rückseite des Abzuges im Anschluß an die alte Bestandssignatur. Im Hinblick auf den Wert der schon ältern Negativplatten wurde selbst bei schlechteren Aufnahmen auf eine Kassation verzichtet.
Die Verzeichnung und Ordnung des Bestandes erfolgte im Rahmen der Ausbildung von Inspektorenanwärter Rolf Bidlingmaier (Herbst 1987) und von Inspektorenanwärterin Annette Prötzel (Mai 1988) unter Anleitung von Dr. Bernhard Theil bzw. dem Unterzeichneten. Die Reinschrift besorgte Tanja Tisch. Im Jahr 2006 wurde das Findbuch von Gisela Filipitsch in die Archivdatenbank Scope übertragen.
Stuttgart, im Mai 1988
Dr. Schiffer
Umfang:
87 Kästen mit ca. 730 Negativen und Abzügen
Online-Beständeübersicht im Angebot des Archivs: