Querulationis Auseinandersetzung um Besitz an Korn
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(1) 2007
Wismar L 122 (W L 122)
Abt. IV. Rep. 1. B Prozeßakten des Tribunals 1653-1803
Prozeßakten des Tribunals 1653-1803 >> 12. 1. Kläger L
(1765-1768) 08.03.1768-18.05.1768
Kläger: (2) Witwe von Lowtzow, geb. v. Lewetzow zu Wismar (Kl.in in 1. Instanz)
Beklagter: Worthalter und Ausschuß der Bürgerschaft (Bekl. in 1. Instanz)
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: Dr. Johann David Lembke (A & P)
Fallbeschreibung: Nach Bitte der Kl.in vom 08.03. und erteilter Genehmigung des Tribunals vom 10.03. legt Kl.in am 13.04. ihren Schriftsatz vor. Kl.in behauptet ihr Recht an Roggen, der von Herrn von der Lühe in ihr Haus geliefert wurde als Ausgleich für ein von ihr gewährtes Darlehen. Das Ratsgericht glaubt ihr in zwei Instanzen nicht, daß ihr das Getreide gehöre, sondern nimmt an, von der Lühe wollte rechtswidrig Getreide nach Wismar einführen. Daher ist das Getreide beschlagnahmt, die Kl.in ist zur Erstattung der Kosten der Ratsgerichtsinstanz verurteilt worden. Dagegen appelliert sie und behauptet ihr Recht an dem Korn. Sie führt ihren bisherigen untadeligen Lebenswandel und Ruf sowie ihr hohes Alter an, um ihre Unschuld zu beteuern und bietet an, ihre Angaben zu beeiden. Das Tribunal trägt dem Ratsgericht am 13.05.1768 auf, die Beschwerden der Kl.in von selbst zu heben" oder die Akten an das Tribunal einzusenden. -
Instanzenzug: 1. Ratsgericht 1767 2. Ratsgericht 1767-1768 3. Tribunal 1768
Prozessbeilagen: (7) von Notar Jochim Christoph Lehmann aufgenommene Appellation vom 04.02.1768; Ratsgerichtsurteile vom 26.08.1767, 27.01.1768; Tribunalsurteile vom 06.03. und 17.06.1767; Bestätigung des Sohnes der Kl.in, Christian Ludwig von Lowtzow über den Besitz des Getreides vom 01.09.1767; von Notar Ernst August Leich aufgenommene Aussage des Wismarer Kornmessers Johann Schacht vom 22.06.1765; von Notar Johann Theodor Engelbrecht aufgenommene Aussage des Bauern Jürgen Kasten aus Kirch Mulsow und des Knechtes Ehrenreich Hinrich Steinforth vom 09.03.1768; Schreiben Johann Jacob von Boyes an Kl.in vom 07.08.1765; von Notar E.A. Leich aufgenommene Zeugenbefragung des Kaufmanns Jochim Andreas Briesemann und des Herrn Velthusen vom 13.06.1767
Beklagter: Worthalter und Ausschuß der Bürgerschaft (Bekl. in 1. Instanz)
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: Dr. Johann David Lembke (A & P)
Fallbeschreibung: Nach Bitte der Kl.in vom 08.03. und erteilter Genehmigung des Tribunals vom 10.03. legt Kl.in am 13.04. ihren Schriftsatz vor. Kl.in behauptet ihr Recht an Roggen, der von Herrn von der Lühe in ihr Haus geliefert wurde als Ausgleich für ein von ihr gewährtes Darlehen. Das Ratsgericht glaubt ihr in zwei Instanzen nicht, daß ihr das Getreide gehöre, sondern nimmt an, von der Lühe wollte rechtswidrig Getreide nach Wismar einführen. Daher ist das Getreide beschlagnahmt, die Kl.in ist zur Erstattung der Kosten der Ratsgerichtsinstanz verurteilt worden. Dagegen appelliert sie und behauptet ihr Recht an dem Korn. Sie führt ihren bisherigen untadeligen Lebenswandel und Ruf sowie ihr hohes Alter an, um ihre Unschuld zu beteuern und bietet an, ihre Angaben zu beeiden. Das Tribunal trägt dem Ratsgericht am 13.05.1768 auf, die Beschwerden der Kl.in von selbst zu heben" oder die Akten an das Tribunal einzusenden. -
Instanzenzug: 1. Ratsgericht 1767 2. Ratsgericht 1767-1768 3. Tribunal 1768
Prozessbeilagen: (7) von Notar Jochim Christoph Lehmann aufgenommene Appellation vom 04.02.1768; Ratsgerichtsurteile vom 26.08.1767, 27.01.1768; Tribunalsurteile vom 06.03. und 17.06.1767; Bestätigung des Sohnes der Kl.in, Christian Ludwig von Lowtzow über den Besitz des Getreides vom 01.09.1767; von Notar Ernst August Leich aufgenommene Aussage des Wismarer Kornmessers Johann Schacht vom 22.06.1765; von Notar Johann Theodor Engelbrecht aufgenommene Aussage des Bauern Jürgen Kasten aus Kirch Mulsow und des Knechtes Ehrenreich Hinrich Steinforth vom 09.03.1768; Schreiben Johann Jacob von Boyes an Kl.in vom 07.08.1765; von Notar E.A. Leich aufgenommene Zeugenbefragung des Kaufmanns Jochim Andreas Briesemann und des Herrn Velthusen vom 13.06.1767
Akten
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
29.10.2025, 11:30 MEZ