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Bundesarchiv (Archivtektonik) >> Norddeutscher Bund und Deutsches Reich (1867/1871-1945) >> Militär >> Reichswehr und Wehrmacht 1919 bis 1945/1946 >> Reichsheer und Heer >> Kommandobehörden, Verbände und Einheiten >> Divisionen >> Panzer-Divisionen
1939-1944 (1974)
Geschichte des Bestandsbildners: Die organisationsgeschichtlichen Angaben und Unterstellungsübersichten sind aus dem Werk von Georg Tessin, "Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939 - 1945", Bd. 3, S. 136-138, Frankfurt/Main und Osnabrück, 1966 ff. übernommen.
4. leichte Division
(WK XVII, E S 10 St. Pölten)
*1.4.1938 in Wien, sp. St. Pölten, 19.8.1939 mobil mit
Am 3. Jan. 1940 wurde die Div. in 9. Panzer-Div. umbenannt.
9. Panzer-Division
(WK XVII E 10 (Schtz.) Frankstadt/Prot. sp. Friedeck/Friedberg)
*3.1.1940 aus der 4. Leichten Div. durch Umbenennung. Das Panzer-Rgt. 33 wurde am 2.2.1940 durch den Stab Pz. Rgt. Conze (Pz. Lehr-Rgt.) und die III./Pz. Rgt. 5 (im Frieden I. Pz. Lehr-Rgt.) gebildet, die Pz. Abt. 33 wurde II. des neuen Rgts. Die Kav. Schützen-Rgt. 10 und 11 wurden am 18.3.1940 Schützen-Regimenter. Schließlich wurde das Aufkl. Rgt. 9 am 1.8.1940 aufgelöst und daraus das Kradsch. Btl. 59 und die Aufkl. Abt. 9 gebildet.
9. Schützen-Brig. (neu)
Schützen-Rgt. 10 I., II. (FStO St. Pölten)
Schützen-Rgt. 11 I., II. (FStO Waidhofen/Thaya)
Kradsch. Btl. 59 (aus I./Aufkl. Rgt. 9 Krems)
Panzer-Rgt. 33 I., II. (I. FStO Wünsdorf, II. (Pz. 33) St. Pölten)
Im Herbst 1940 erhielt das Art. Rgt. eine III. Abt. aus II./Art. Rgt. 50. 1942 wurde das Panzer-Rgt. 33 durch eine aus II./Pz. Rgt. 3 gebildete III. Abteilung verstärkt, die Aufkl. Abt. wurde mit dem Kradschützen-Btl. verschmolzen und dieses 1943 in Pz. Aufkl. Abt. 9 umbenannt (13.4.1943). Das Art. Rgt. erhielt 1942 eine IV. Abt., die aber 20.4.1943 wieder in H. Flakart. Abt. 287 umbenannt wurde. Beim Panzer-Rgt. 33 wurde die II. Abt. Panzer-Abt. 51 (Heerestruppe), die III. dann 1943 Pz. Abt. 506. Die Division behielt nur eine Abteilung.
Am 3.1.1944 trat die Pz. Abt. (Panther) 51 wieder als II, zum Pz. Rgt. 33. Mit Befehl vom 18.3.1944 wurde die Division bei Carcassone in Südfrankreich bis zum 1.5. aus der 155. Res. Pz. Division völlig aufgefrischt und praktisch neu aufgestellt:
Pz. Gren. Rgt. 10 aus Pz. Gren. Res. Rgt. 5 (Btl. 86 u. 35)
Pz. Gren. Rgt. 11 aus Res. Gren. Rgt. (mot.) 25 (Btl. 215 u. 119) usw.
Am 27. Sept. wurde nach der Schlacht in der Normandie die Pz. Brig. 105 (Pz. Gren. Btl. und Pz. Abt. 2105, WK VIII) in die Division eingegliedert.
Die Division kam 1945 im Ruhrkessel in amerikanische Gefangenschaft.
Unterstellung:
1940
Jan.: OKH Res. b. Limburg; Westen
Mai: z. Vfg.; 18. Armee; "B"; Westen; Rotterdam, Dünkirchen
Juni: XIV; Kleist (4); "B"; Westen; Frankreich (Lyon)
Die "Schematischen Kriegsgliederungen" setzen erst mit dem 8. Juni 1940 ein; aus dem ersten Vierteljahr 1944 fehlen sie.
Bearbeitungshinweis: Die Bestände der Divisionskommandos waren bereits im Jahr 1984 verzeichnet worden (Frau Günthner). Das hieraus im April 1984 fertiggestellte Findbuch wurde 2010 retrodigitalisiert und 2012 sowie 2015 überarbeitet.
Bestandsbeschreibung: Auch die Kriegstagebücher der Panzer-Divisionen waren, wie die Kriegstagebücher
aller anderen Verbände, Einheiten und Dienststellen des Heeres vom Mobilmachungstag (26.8.1939) an, dem Heeresarchiv Potsdam einzureichen, wo sie eine Zugangssignatur erhielten (anfangs getrennt nach Kriegsschauplätzen: P für Polen, W für Westen; nach der Beendigung des West- und des Norwegenfeldzuges aber nur nach laufender Nummer), in dieser Reihenfolge auch eingelagert, dann aber systematisch nach den kriegstagebuchführenden Stellen und deren Abteilungen in Eingangslisten erfasst wurden. Diese Listen (sog. "Potsdam-Listen") sind erhalten geblieben. Aus ihnen geht hervor, dass Kriegstagebücher von Divisionen noch bis Anfang oder Mitte 1944 beim Heeresarchiv eingegangen sind. Jedoch sind Divisions-Kriegstagebücher, die später als Mitte oder Ende 1943 in Potsdam eingingen, offenbar nicht mehr an die Zweigstelle Liegnitz ausgelagert worden und mit allen anderen Beständen, die sich noch in Potsdam befanden, beim Brand des Heeresarchivs im April 1945 verlorengegangen. Weitere Lücken - die nur zum Teil durch E = Ersatzakten aus Doppelüberlieferungen wieder aufgefüllt werden konnten - haben sich durch Aktenverluste beim Brand in der Kriegswissenschaftlichen Abteilung des Generalstabs des Heeres im Februar 1942 ergeben. Sonst aber sind die Liegnitzer Divisionsbestände vollständig mit einem Evakuierungszug Anfang 1945 nach Thüringen gelangt, wo sie im April 1945 von amerikanischen Truppen erbeutet und bald darauf nach Frankfurt/Main gebracht wurden, von wo sie in die USA gelangten. Dort wurden sie nochmals erfasst, verfilmt (mit Ausnahme der Quartiermeister-Unterlagen) und ab 1962 an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben. Hier kamen sie zunächst in die Dokumentenzentrale des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes und nach deren Auflösung (Anfang 1968) in das Bundesarchiv-Militärarchiv.
In den einzelnen Rückgaben waren enthalten (N=Nachträge):
Außer den Materialien aus Potsdam (bzw. Liegnitz), die etwa 95-98% der Bestände ausmachen, sind noch zu nennen:
- Beuteschriftgut vom westlichen Kriegsschauplatz, das in den USA zumeist "Pseudo-Potsdam-Nummern" ab 70.000 erhalten hat,
- Einzelakten aus anderen der in den USA z.T. unter Sachbetreffen gebildeten Schriftgutgruppen ("EAP", u.a.),
- Abgaben aus Privathand, dabei auch Nachkriegs-Ausarbeitungen ("Studies" für die Historical Division/US Army in Europe, u.a.) - siehe die Zugangs-Vermerke in der Spalte "Bemerkungen".
Akten aus der Vorkriegszeit sind, abgesehen von wenigen Ausnahmen, nicht überliefert; Gleiches gilt für das bei den einzelnen Abteilungen der Divisionsstäbe außerhalb der Kriegstagebuch-Unterlagen angefallene Routine-Schriftgut.
Die Schriftgutverzeichnisse weisen stets die gleiche Reihenfolge auf:
- "Stammtafeln" (mit organisationsgeschichtlichen Angaben - auch zu den Divisionseinheiten)
- Ia (Führungsabteilung; auch: Ausbildungsangelegenheiten)
- Ic (Feindaufklärung, Spionage- und Sabotageabwehr, Truppenbetreuung)
- IIa/IIb (Adjutantur: Personalwesen)
- Ib (Quartiermeister) - mit den Unterabteilungen:
III (Div. Gericht)
IVa (Intendant)
IVb (Div. Arzt)
IVc (Div. Veterinär)
IVd ev./kath. (Div. Geistliche)
- Kommandant des Divisions-Stabsquartiers (nur im ersten Kriegsjahr)
- Sonstige Unterlagen.
Umfangangabe entfernen
Grundlage für jede Benutzung von Archivgut im Bundesarchiv sind das Bundesarchivgesetz und die Benutzungsverordnung.
Inhaltliche Charakterisierung: Kriegstagebücher Aug. 1939 bis Okt. 1943 (mit Lücken 1939 bis 1940)
Ia: KTB August bis Oktober 1939, Mitte Juli 1940 bis Oktober 1943 und KTB-Auszug September 1944 sowie Aufzeichnungen über den Westfeldzug und über den Einsatz Oktober/November 1944.
Ib: KTB Mai 1940 bis Oktober 1943
Ic: TB Januar 1940 bis Mitte Mai 1941und Juni 1941 bis Oktober 1943.
Fremde Archive: Deutsche Dienststelle (WASt) Berlin: Erkennungsmarken-Verzeichnisse und namentliche Verlustmeldungen
Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv: Bestände:
RH 7 (OKH / Heerespersonalamt, darin Verleihungsvorschläge und Verleihungslisten)
RH 10 (OKH/Generalinspekteur der Panzertruppen)
ZA 1 (Operational History (German) Section der Historical Division der US-Army / Studiengruppe Wehrmachtführung und Heer)
ZA 1/2444-245, 254-255, 695 und 1894 (Einsatz 1942, 1944)
N 699 (Nachlass Hermann , Carl-Hans)
N 701 (Nachlass Jolasse, Erwin)
MSG 2 (Militärgeschichtliche Sammlung)
MSG 3 (Sammlung von Verbandsdruckgut)
PERS 15 (Verfahrensakten von Gerichten der Reichswehr und Wehrmacht)
RW 60 Gerichte der Reichswehr und Wehrmacht
Akten:
RH 10/148 (Zustandsberichte 1943-1945)
ZA1/ 244: Köchling, Friedrich: Kriegsgliederung des LXXXI. Armeekorps von Sept. 1944 bis April 1945
ZA1/ 245 - 251: Köchling, Friedrich: Beantwortung von Fragen zu den Kämpfen des LXXXI. Armeekorps im Raum Aachen, Sept. - Nov. 1944, Im einzelnen:
ZA1/ 245: Kampfverlauf im Abschnitt Aachen, Sept. - Nov. 1944
ZA1/ 252 - 255: derselbe, desgleichen: Fortsetzung der Beantwortung, Nachträge und Berichtigungen, im einzelnen: ZA1/ 254 - 255: Berichtigungen zur Serie, in der Anlage (ZA1/ 255) 7 Skizzen
ZA1/ 1894: Konrad, Rudolf, Peter und andere: ("Mountain Warfare Project") Truppenführung im Gebirge
ZA1/ 695: Müller, Gerhard: Bericht über den Einsatz der 9. Panzer-Div. vom 11. bis 19.9.1944
Literatur: Guides to German Records Microfilmed at Alexandria/Va. Washington 1958 ff., Bde. 45 und 63
Held, Walter: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg. Eine Bibliographie der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur. 5 Bde. Osnabrück 1978 ff.
Tessin, Georg: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939-1945. 20 Bde. Osnabrück 1967 ff.
Hermann, Carl Hans: Deutsche Panzerdivisionen im Bild. Die 9. Panzerdivision 1939-1945. Bewaffnung - Einsatz - Männer. Friedberg o. J. (1976)