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Räte der Stadtbezirke und nachgeordnete Einrichtungen: Rat des Stadtbezirkes Berlin-Lichtenberg (Bestand)

Verzeichnungsstufe:
Bestand
Bestandssignatur:
Landesarchiv Berlin, C Rep. 147
Kontext:
Landesarchiv Berlin (Archivtektonik) >> C Bestände (Ost-) Berliner Behörden bis 1990 >> Räte der Stadtbezirke und nachgeordnete Einrichtungen
Bestandslaufzeit:
1945 - 1990
Bestandsbeschreibung:
Enthält: Protokolle der Tagungen der Stadtbezirksverordnetenversammlung.- Protokolle der Bezirksamts- bzw. Ratssitzungen.- Unterlagen aus der Tätigkeit des Bürgermeisters und der Fachabteilungen des Bezirksamtes bzw. Rates des Stadtbezirks.

Bestandseinleitung: Am 21. April 1945 eroberte die sowjetische Armee die Außenbezirke Berlins, u. a. auch den zu Lichtenberg gehörenden Ortsteil Karlshorst. Die Einsetzung von vorläufigen ";Bürgermeistern"; erfolgte nach der Eroberung des gesamten Bezirksgebietes: Der Militärkommandant berief am 25. April eine Versammlung ein und ließ auf Zuruf Leiter für die zwölf Ortsteile Lichtenberg, Herzberge, Rummelsburg, Wilhelmsberg, Biesdorf, Wuhlgarten, Friedrichsfelde, Karlshorst, Kaulsdorf, Mahlsdorf, Marzahn und Hellersdorf durch die Bevölkerung wählen.
Am 7. Mai 1945 wurde der ehemalige Bezirksstadtrat Franz Stimming zum Bezirksbürgermeister berufen. Erster Verwaltungssitz war das ehemalige Finanzamt in der Normannenstraße 22, bevor Ende der 1950er Jahre das wieder in Stand gesetzte historische Rathaus Lichtenbergs in der Möllendorffstraße 4 bezogen werden konnte.
Auf der Grundlage von Befehlen der Bezirkskommandantur gehörten zu den ersten Aufgaben der Ortsteilleiter die Registrierung der Einwohner und die Organisierung der Aufräumarbeiten sowie der Wiederaufnahme der Arbeit der kommunalen Werke, Heilanstalten und Lebensmittelfirmen. Sie wurden zudem beauftragt, Verwaltungen mit folgender Zusammensetzung zu bilden: stellvertretender ";Bürgermeister"; (Ortsteilleiter), Sekretär, Dezernat für Sicherheit, für Wirtschaft und Ernährung, für Wohnungswesen, für Arbeitswesen, für Sozialwesen, für Schulwesen und Transportwesen. Die zwölf Unterbezirke Lichtenbergs, auch ";Stadtteilleitungen"; genannt, wurden im August 1945 auf vier verringert, was der Anzahl der sowjetischen Ortskommandanturen entsprach. Die Ortsteilleitung Karlshorst behielt aufgrund der Anwesenheit des sowjetischen Oberkommandos bis 1950 eine gewisse Eigenständigkeit.
Nach der Einsetzung des Magistrats am 30. November 1948 wurden die Bezirksämter umgebildet. Ein großer Teil der noch verbliebenen SPD-Mitglieder schied am 2. Dezember 1948 aus den Ämtern. Neuer Bürgermeister wurde Richard Schalkowski (1948-1950).
Lichtenberg entwickelte sich zu einem bedeutenden Industriestandort und Verkehrsknotenpunkt der Hauptstadt der DDR. Gleichzeitig bot der Bezirk mit Sport- und Grünanlagen, wie der Trabrennbahn Karlshorst und dem Tierpark Berlin, beliebte Naherholungsziele. Die Hochschule für Ökonomie hatte hier ihren Sitz. Der bevölkerungsreiche Stadtbezirk bildete ein Zentrum des Wohnungsneubaus in Berlin. Der Ortsteil Karlshorst behielt als Sitz der in Berlin stationierten Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland bis zu deren Abzug in den 1990er Jahren einen Sonderstatus.
Am 5. Januar 1979 beschloss die Berliner Stadtverordnetenversammlung die Bildung des Stadtbezirks Marzahn, zu dem neben Marzahn - als Großbaustelle des Wohnungsbaus - die alten Siedlungsgebiete in den Ortsteilen Biesdorf, Hellersdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf gehörten.
Am 13. Dezember 1989 konstituierte sich der Lichtenberger ";Runde Tisch"; und beeinflusste für einige Monate wesentlich den demokratischen Neuanfang. Mit den Kommunalwahlen vom 6. Mai 1990 entstand erstmals seit 1946 eine demokratisch legitimierte Bezirksverordnetenversammlung. Am 24. Juni 1992 fanden die ersten Gesamtberliner Bezirksverordnetenwahlen statt.
Mit Inkrafttreten der Gebietsreform und der damit verbundenen Bezirksfusion wurde aus den Bezirken Hohenschönhausen und Lichtenberg ab dem 1. Januar 2001 ein gemeinsamer Stadtbezirk, zunächst unter dem Namen ";Hohenschönhausen-Lichtenberg";. Seit dem 1. Juni 2001 trägt der fusionierte Bezirk den Namen ";Lichtenberg";.
Beim Rat des Stadtbezirks Lichtenberg bestand ein Verwaltungsarchiv, das regelmäßig Schriftgut an das Stadtarchiv abgab. Nach dessen Auflösung Mitte der 1990er Jahre wurden letzte Teile der Überlieferung in das Landesarchiv Berlin übernommen.
Verwandte Bestände und Literatur:
Literatur: Auf der Suche nach der Stadt Lichtenberg, hrsg. vom Bezirksamt Lichtenberg, Berlin 1998.
Lichtenberg - Portrait zur Zwischenzeit, hrsg. vom Bezirksamt Lichtenberg, Berlin 1998.
Hoh-Slodcyk, Christine: Rathaus Lichtenberg, Berlin 1994.
Online-Beständeübersicht im Angebot des Archivs:
Rechteinformation:
Rechteinformation beim Datenlieferanten zu klären.