Bericht zur Durchführung des Befehls betr. die Kirche zu [Nieder]Budberg: Am 6.1.1675 haben sich frühmorgens die dazu abgeordneten Beamten und die Miliz des Herrn von Raesfeld mit 120 Mann nach Budberg begeben, den Pfaffen und Küster festgenommen. Die Soldaten haben sich um den Kirchhof postiert. Im Pastorat wurde dem Pfaffen im Namen des Fürsten eröffnet, er müsse innerhalb einer '/2Stunde mit Sack und Pack von dannen sein, die Hausschlüssel heraus¬geben, was er notgedrungen auch getan habe. In der Kirche mußte er die Ornamente mitnehmen aber unter Zurücklassung eines großen Bildes beim Altar, das dem [Kloster] Kamp gehöre. Die Soldaten haben es abgenommen und auf den Kirchhof gestellt. Dann habe man geläutet und Gottesdienst gehalten. Auch der Küster hat sich gefügt. Nach dem Mittagessen haben sich die Soldaten in guter Ordnung nach Haus begeben (ohne Unterschrift und Adresse).
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Bericht zur Durchführung des Befehls betr. die Kirche zu [Nieder]Budberg: Am 6.1.1675 haben sich frühmorgens die dazu abgeordneten Beamten und die Miliz des Herrn von Raesfeld mit 120 Mann nach Budberg begeben, den Pfaffen und Küster festgenommen. Die Soldaten haben sich um den Kirchhof postiert. Im Pastorat wurde dem Pfaffen im Namen des Fürsten eröffnet, er müsse innerhalb einer '/2Stunde mit Sack und Pack von dannen sein, die Hausschlüssel heraus¬geben, was er notgedrungen auch getan habe. In der Kirche mußte er die Ornamente mitnehmen aber unter Zurücklassung eines großen Bildes beim Altar, das dem [Kloster] Kamp gehöre. Die Soldaten haben es abgenommen und auf den Kirchhof gestellt. Dann habe man geläutet und Gottesdienst gehalten. Auch der Küster hat sich gefügt. Nach dem Mittagessen haben sich die Soldaten in guter Ordnung nach Haus begeben (ohne Unterschrift und Adresse).
792
A III 85 Von Pelden genannt Cloudt
Von Pelden genannt Cloudt >> Behördenschriftgut aus Amtstätigkeit (Drostamt, Vogtamt))
1675
Akten
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
09.01.2026, 11:21 MEZ