6/28 [Nr. 86]: (D) 1696 Febr. 8, Tübingen (T) Universität an die Visitationskommissare
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UAT 6/ Ältere Universitätsregistratur, Vermischte Sachakten (I)
Ältere Universitätsregistratur, Vermischte Sachakten (I) >> 9. Visitationen (1520-1792) >> Visitationes, Bd. IV: Nr. 1-104
Enthält: (I) Beantwortung der am 3.2. 1696 vorgelegten Fragpunkte (Nr. 85).; 1) Sind die 1652 am Kapital der Universität fehlenden mehr als 50000 fl wieder ersetzt worden? - Laut Syndicaturrechnung von 1634 besaß die Universität damals 49600 fl. Heute hat sie 24690 fl weniger. Außerdem hatte die Universität 1634 etliche tausend fl Ausstände und über 1000 Sch Frucht und 500 Eimer Wein vorrätig; heute hat sie nichts derartiges und ist mit fast einem Jahresgehalt im Rückstand. Bitte, daß die Landschaft ein Drittel ihrer Rückstände abzahlt und daß dem Syndicus der Stab zugeteilt oder daß das in Acta beiliegende Patent von 1619 erneuert wird.; 2) Sind alle Rechnungen der Universität, der Fakultäten, Deputatur, Syndikatur, Burse, Pupillen, Stipendien abhörfertig? - Die Syndikaturrechnung 1693/94 wird in 14 Tagen, die noch fehlenden Stipendienrechnungen werden bis zum Sommer fertig sein.; 3) Sind die Defekte der vorigen Rechnung, die Herr Hiller extrahierte, korrigiert? - Ja.; 4) Von allen Stipendien sind die Stipendiaten anzugeben und die fundationes vorzulegen. - Folgt das Verzeichnis aller Stipendien mit den Familiennamen der jetzigen Nutznießer.; 5) Das examen neglectorum ist nach dem Rezeß von 1652, fide iuramenti, dem numero lectionum nach, mit dem Examensprotokoll des Kanzlers, der "die causas nicht so gleich pro iustis annehmen" soll, einzuschicken. - Die Protokolle werden künftig ausführlicher gemacht werden.; 6) Jährlich ist ein ordo studiorum zu drucken. - Der im März 1694 eingeschickte ordo studiorum wird, vermehrt um die Anzeigen der neuen Professoren, bald vorgelegt werden.; 7) Sind die protocolla Senatus, Consistorii, Facultatum und die Registratur in Ordnung? Wann und von wem wurden die Lagerbücher renoviert und publiziert? - Die Protokolle sind richtig; in der Registratur fehlen noch die geflüchteten Akten. Die Pflege Sindelfingen wurde 1661 vom Keller Johann Martin Linsenmann renoviert und publiziert.; 8) Wurden den neuen Professoren die Rezesse und Ordnungen vorgelesen? - Die Rezesse wurden im letzten Semester jedem Senator ins Haus geschickt.; 9) Verlangt wird eine Liste der von jedem Professor gehaltenen Lektionen, Disputationen, Kollegien. - Das ergibt sich aus dem ordo studiorum und den examinibus neglectuum.; 10) Eine Erklärung ist abzugeben zu den differentien puncto collectationis et jurisdictionis. - Die deductiones aus den Akten werden eingeschickt werden.; 11) Wie ist die Burse in Flor zu bringen? - In ihr sind 20 Studenten, meist Theologen. Bitte, das Fruchtgratiale zu erhöhen, da die Universität nichts beitragen kann.; 12) Verlangt wird eine Liste der Witwen und Pupillen der Universität samt ihren Curatoren und Tutoren. - Folgt die Liste der Witwen und Pflegschaften.; 13) Ist der Senat statutengemäß besetzt? - Unbesetzt sind je eine juristische, medizinische und philosophische Professur. Verwandte sind: der Kanzlersohn prof. med. (Johann Adam Osiander jun.), prof. iur. Ferdinand Christoph Harpprecht und prof. iur. David Scheinemann sind Schwäger; prof. med. Elias Rudolf Camerarius und sein Sohn prof. med. Elias, dieser und prof. med. Johann Adam Osiander jun. sind Schwäger. Es wird Dispens erbeten oder nur 1 votum gezählt.; 14) Jeder neue Professor muss reversieren, nihil contra principem et salutem studiorum publicam zu handeln. - Das ist im iuramento civico, das jeder civis academicus schwört, enthalten. (312-317')
Akte
Visitationes, Bd. IV: Nr. 1-104
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
17.12.2025, 09:39 MEZ
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- Ältere Universitätsregistratur, Vermischte Sachakten (I) (Bestand)
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- Visitationes, Bd. IV: Nr. 1-104 (Archivale)