Stift St. Ludgeri, Münster / Akten (Bestand)
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B 224
Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen (Archivtektonik) >> 1. Territorien des Alten Reiches bis 1802/03 einschließlich Kirchen, Stifter, Klöster, Städte u.ä. >> 1.2. Westfälische Fürstbistümer (B) >> 1.2.1. Fürstbistum Münster >> 1.2.1.4. Geistlichkeit, Stifte, Klöster >> Stift St. Ludgeri, Münster
1485-1838
Statuten, Verfassung 1527-1812 (2); Kapitelsprotokolle 1610-1809 (10); Kanoniker 1607-1624, 1786-1787 (2); Archidiakonatsangelegenheiten 1720-1760, 1801 (2); Stiftungen, Schenkungen, Testamente 1573-1791 (32); Höfe 1485-1818 (28); Streitsachen 1621-1801 (15); Finanzangelegenheiten, Rechnungen, Register 1520-1811 (286).
Bestandsgeschichte: Kollegiatstift, Gründung vor 1189, 1811 Aufhebung.
Form und Inhalt: Das Kollegiatstift St. Ludgeri in Münster
Als der Pfarrbezirk der Stadt Münster - wahrscheinlich im Jahre 1189 - aufgeteilt wurde, entstand u.a. die neue Gemeinde St. Ludgeri, deren Kirche wohl bereits 1172 errichtet worden war. Sie befand sich im Südviertel auf dem Boden des domkapitularischen ”Brockhofs“. Daher rekrutierten sich später die Pröpste aus den Domherren. 1178 wurden die ersten drei Präbenden fundiert, deren Zahl schließlich 12 erreichte. Etwa 1178 stellte Bischof Hermann II. von Münster die Gründungsurkunde für das Kollegiatstift St.Ludgeri aus. Bereits 1185 sind ein Propst und ein Dechant greifbar. Letzterer versah seit dem 13. Jahrhundert das Amt des Pfarrers der Kirchspielsgemeinde. Die 1383 abgebrannte Kirche wurde umgehend neu errichtet. Bis 1448 stand die Kollation der Präbenden allein dem Bischof zu, danach auch dem Papst. Mit den Einkünfte zweier 1608 eingezogener Präbenden wurde eine Präsenzburse errichtet. Die Stiftsmitglieder entstammten der Ministerialität, den Münsteraner Erbmännern, dem gehobenen Bürgertum und seit dem 15. Jahrhundert auch päpstlichen Kurialen.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörten 15 eigenhörige Höfe, 15 Zeitpachtgüter und 2 Lehen im Kirchspiel Rinkerode zum Stift St. Ludgeri. Die Höfe waren den einzelnen Präbenden zugewiesen und kamen deren Inhabern zugute. Gemeinsam war den Stiftsmitgliedern nur die Präsentienburse. Die Aufhebung des Kollegiatstiftes St. Ludgeri erfolgte am 14.11./2.12.1811 durch die französische Administration. Über die französische Domänenverwaltung gelangte das Stiftsarchiv nach 1815 in das Archivdepot in Münster und mit diesem zum Staatsarchiv Münster.
Die Verzeichnung des Bestandes Stift St. Ludgeri, Münster - Akten aus dem Jahre 1978 stammt von Volker Buchholz. 2008 hat Dr. Jörg Wunschhofer die Verzeichnung des Aktenbestandes überarbeitet und ergänzt, Dr. Thomas Reich übernahm die Eingabe ins archivische Verzeichnungsprogramm VERA, samt Ergänzungen, teilweiser Autopsie sowie einer Nachklassifizierung.
Stift St. Ludgeri, Münster - Akten Nr. 3 ist jetzt Kloster Gravenhorst - Akten Nr. 270 (Verschuldung des Backmann Erbes zu Veltrup [Kirchspiel Emsdetten], (Ende 18. Jh.)).
Stift St. Ludgeri, Münster - Akten Nr. 107 ist jetzt Stift St. Martini, Münster - Akten Nr. 28a (Register der Einkünfte der Obödienz Idenbrock, 1767-1790).
Die Register über die jährlichen Einnahmen und Ausgaben der Burse der Kollegiatkirche St. Ludgeri lagern im Stadtarchiv Münster und im Bistumsarchiv Münster. Die Register über Einnahmen und Ausgaben der Dechanei zu St. Ludgeri lagern im im Bistumsarchiv Münster.
Urkunden und Akten zu den Vikarien sind im Landesarchiv NRW Abt. Westfalen vorhanden in den Manuskripten (Kopiare: Msc. VII 1002, 1003, 1011 und 1017; Altertumsverein Münster (Dep.) Msc. 48, 279, 386 und 536); Fürstbistum Münster, Landesarchiv - Akten Nr. 2 b Nr. 2 c und Nr. 401, 1-8; Kerckerinck zu Borg - Akten; außerdem im Stadtarchiv Münster und im Bistumsarchiv Münster (Bestand Pfarrarchiv Münster-St. Ludgeri).
Unterlagen zur Propstei St. Ludgeri samt Archidiakonat Winterwijk befinden sich vornehmlich im Landesarchiv NRW Abt. Westfalen im Bestand Domkapitel Münster, Archidiakonate (Findbuch A 111 II Ar) sowie im Bistumsarchiv Münster.
Ergänzungsüberlieferung in den Akten der Übergangszeit:
·KDK Münster Fach 5, Nr. 128, 131-134
·KDK Münster Fach 19, Nr. 42-45
·Großherzogtum Berg D 1 Nr. 100, 102, 105 und 235
·Kaiserreich Frankreich C 1 Nr. 92-94
·Kaiserreich Frankreich C 6 Nr. 897-911
Literatur:
·Wilhelm Kohl, Münster-Kollegiatstift St. Ludgeri, in: Westfälisches Klosterbuch, Bd. 2, Münster 1994, S. 49-53;
·Franz Darpe (Bearb.), Verzeichnisse der Güter, Einkünfte und Einnahmen [u.a. Stift St. Ludgeri], Münster 1900 (Reprint 1958).
Zu bestellen und zu zitieren sind die Akten: Stift St. Ludgeri, Münster - Akten Nr.
Münster, 2. Dezember 2009
Dr. Thomas Reich
Bestandsgeschichte: Kollegiatstift, Gründung vor 1189, 1811 Aufhebung.
Form und Inhalt: Das Kollegiatstift St. Ludgeri in Münster
Als der Pfarrbezirk der Stadt Münster - wahrscheinlich im Jahre 1189 - aufgeteilt wurde, entstand u.a. die neue Gemeinde St. Ludgeri, deren Kirche wohl bereits 1172 errichtet worden war. Sie befand sich im Südviertel auf dem Boden des domkapitularischen ”Brockhofs“. Daher rekrutierten sich später die Pröpste aus den Domherren. 1178 wurden die ersten drei Präbenden fundiert, deren Zahl schließlich 12 erreichte. Etwa 1178 stellte Bischof Hermann II. von Münster die Gründungsurkunde für das Kollegiatstift St.Ludgeri aus. Bereits 1185 sind ein Propst und ein Dechant greifbar. Letzterer versah seit dem 13. Jahrhundert das Amt des Pfarrers der Kirchspielsgemeinde. Die 1383 abgebrannte Kirche wurde umgehend neu errichtet. Bis 1448 stand die Kollation der Präbenden allein dem Bischof zu, danach auch dem Papst. Mit den Einkünfte zweier 1608 eingezogener Präbenden wurde eine Präsenzburse errichtet. Die Stiftsmitglieder entstammten der Ministerialität, den Münsteraner Erbmännern, dem gehobenen Bürgertum und seit dem 15. Jahrhundert auch päpstlichen Kurialen.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörten 15 eigenhörige Höfe, 15 Zeitpachtgüter und 2 Lehen im Kirchspiel Rinkerode zum Stift St. Ludgeri. Die Höfe waren den einzelnen Präbenden zugewiesen und kamen deren Inhabern zugute. Gemeinsam war den Stiftsmitgliedern nur die Präsentienburse. Die Aufhebung des Kollegiatstiftes St. Ludgeri erfolgte am 14.11./2.12.1811 durch die französische Administration. Über die französische Domänenverwaltung gelangte das Stiftsarchiv nach 1815 in das Archivdepot in Münster und mit diesem zum Staatsarchiv Münster.
Die Verzeichnung des Bestandes Stift St. Ludgeri, Münster - Akten aus dem Jahre 1978 stammt von Volker Buchholz. 2008 hat Dr. Jörg Wunschhofer die Verzeichnung des Aktenbestandes überarbeitet und ergänzt, Dr. Thomas Reich übernahm die Eingabe ins archivische Verzeichnungsprogramm VERA, samt Ergänzungen, teilweiser Autopsie sowie einer Nachklassifizierung.
Stift St. Ludgeri, Münster - Akten Nr. 3 ist jetzt Kloster Gravenhorst - Akten Nr. 270 (Verschuldung des Backmann Erbes zu Veltrup [Kirchspiel Emsdetten], (Ende 18. Jh.)).
Stift St. Ludgeri, Münster - Akten Nr. 107 ist jetzt Stift St. Martini, Münster - Akten Nr. 28a (Register der Einkünfte der Obödienz Idenbrock, 1767-1790).
Die Register über die jährlichen Einnahmen und Ausgaben der Burse der Kollegiatkirche St. Ludgeri lagern im Stadtarchiv Münster und im Bistumsarchiv Münster. Die Register über Einnahmen und Ausgaben der Dechanei zu St. Ludgeri lagern im im Bistumsarchiv Münster.
Urkunden und Akten zu den Vikarien sind im Landesarchiv NRW Abt. Westfalen vorhanden in den Manuskripten (Kopiare: Msc. VII 1002, 1003, 1011 und 1017; Altertumsverein Münster (Dep.) Msc. 48, 279, 386 und 536); Fürstbistum Münster, Landesarchiv - Akten Nr. 2 b Nr. 2 c und Nr. 401, 1-8; Kerckerinck zu Borg - Akten; außerdem im Stadtarchiv Münster und im Bistumsarchiv Münster (Bestand Pfarrarchiv Münster-St. Ludgeri).
Unterlagen zur Propstei St. Ludgeri samt Archidiakonat Winterwijk befinden sich vornehmlich im Landesarchiv NRW Abt. Westfalen im Bestand Domkapitel Münster, Archidiakonate (Findbuch A 111 II Ar) sowie im Bistumsarchiv Münster.
Ergänzungsüberlieferung in den Akten der Übergangszeit:
·KDK Münster Fach 5, Nr. 128, 131-134
·KDK Münster Fach 19, Nr. 42-45
·Großherzogtum Berg D 1 Nr. 100, 102, 105 und 235
·Kaiserreich Frankreich C 1 Nr. 92-94
·Kaiserreich Frankreich C 6 Nr. 897-911
Literatur:
·Wilhelm Kohl, Münster-Kollegiatstift St. Ludgeri, in: Westfälisches Klosterbuch, Bd. 2, Münster 1994, S. 49-53;
·Franz Darpe (Bearb.), Verzeichnisse der Güter, Einkünfte und Einnahmen [u.a. Stift St. Ludgeri], Münster 1900 (Reprint 1958).
Zu bestellen und zu zitieren sind die Akten: Stift St. Ludgeri, Münster - Akten Nr.
Münster, 2. Dezember 2009
Dr. Thomas Reich
375 Akten.; 377 Akten (32 Kartons), Findbuch B 224.
Bestand
German
Franz Darpe (Bearb.), Verzeichnisse der Güter, Einkünfte und Einnahmen [u.a. Stift St. Ludgeri], Münster 1900 (Reprint 1958); Wilhelm Kohl, Münster - Kollegiatstift St. Ludgeri, in: Westfälisches Klosterbuch, Bd. 2, Münster 1994, S. 49-53; Das Kollegiatstift St. Ludgeri in Münster aus der Sicht eines preußischen Beamten im Jahre 1804, in: Jahrbuch für westfälische Kirchengeschichte 99 (2004), S. 311-327; Jörg Wunschhofer, Zur Aufhebung der Kollegiatstifte SS. Stephani et Sebastiani in Beckum und St. Ludgeri in Münster im Jahre 1811, in: Westfälische Zeitschrift 161 (2011), S. 149-157.
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
05.11.2025, 1:59 PM CET
Hierarchy
Hierarchy detail view
- Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Westfalen
- Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen (Archivtektonik)
- 1. Territorien des Alten Reiches bis 1802/03 einschließlich Kirchen, Stifter, Klöster, Städte u.ä. (Archival tectonics)
- 1.2. Westfälische Fürstbistümer (B) (Archival tectonics)
- 1.2.1. Fürstbistum Münster (Archival tectonics)
- 1.2.1.4. Geistlichkeit, Stifte, Klöster (Archival tectonics)
- Stift St. Ludgeri, Münster (Archival tectonics)
- Stift St. Ludgeri, Münster / Akten (Archival holding)