Freischaltung des Archivportals-D (Bildquelle: VdA - Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e.V.)

Freischaltung des Archivportals-D (Bildquelle: VdA - Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e.V.)

Startschuss für Archivportal-D: Deutschlands Archive jetzt online leichter zugänglich

Auf dem 84. Deutschen Archivtag im Magdeburg wurde am 24. September das Archivportal-D der Öffentlichkeit übergeben. Das im Internet unter www.archivportal-d.de frei zugängliche Portal ermöglicht eine umfassende und kostenlose Recherche in Deutschlands Archiven. Archivbesuche und Forschungsreisen werden damit besser planbar und können effizienter gestaltet werden.


 Kurz nach dem Start des Portals können Nutzer bereits auf über 5 Millionen Datensätze von mehr als 25 beteiligten Archiven zugreifen. Darüber hinaus stehen ihnen allgemeine Informationen zu weiteren 400 Einrichtungen zur Verfügung. Das große Interesse zahlreicher Archive, neue Inhalte für das Portal bereitzustellen, lässt einen schnell wachsenden Datenbestand erwarten.


 Das Archivportal-D enthält Online-Findmittel verschiedenster Archivsparten. So kann nach staatlicher oder kommunaler Überlieferung sowie nach Kirchen- und Wirtschaftsarchiven gesucht werden – ebenso wie nach Orts- und Personenbezügen, Entstehungszeiträumen oder früheren Provenienzen, d.h. der Herkunft des Archivguts.


 Digital abrufbar sind viele Schätze aus deutschen Archiven, wie die Goldene Bulle Kaiser Karls IV., die als zentrales Verfassungsdokument des Heiligen Römischen Reiches seit Kurzem zum UNESCO-Weltdokumentenerbe zählt. Aber auch eine selbst gezeichnete Karikatur des Komponisten Paul Hindemith oder Notgeld aus Magdeburg mit historischen Motiven der Stadtgeschichte sind zu finden.


 Das Archivportal-D realisiert die erste spartenspezifische Anwendung mit den Daten aus der Deutschen Digitalen Bibliothek. Alle archivischen Informationen werden dem Archivportal-D über die offene Programmierschnittstelle der Deutschen Digitalen Bibliothek zur Verfügung gestellt.

           Das Archivportal-D zeigt, wie gut die Daten aus der Deutschen Digitalen Bibliothek weiterverwendet werden können und welchen Nutzen neue Anwendungen haben, so Hermann Parzinger, Vorstandssprecher der Deutschen Digitalen Bibliothek und Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.


 Die Deutsche Digitale Bibliothek vernetzt Daten und Objekte aus allen Kultursparten – aus Bibliotheken, Archiven und Museen ebenso wie aus Mediatheken oder der Denkmalpflege. Innerhalb der Deutschen Digitalen Bibliothek präsentiert das Archivportal-D Datenbestände in einem neuen archivischen Kontext:
             Mit Hilfe des Archivportals-D gelingt es uns, die spezifischen Merkmale von Archivgut abzubilden. Es wird der zentrale Einstiegspunkt für Recherchen in Archiven sein, erklärt Robert Kretzschmar, Präsident des Landesarchivs Baden-Württemberg.


 Die im Archivportal-D enthaltenen Daten werden auch internationalen Kulturgutportalen zur Verfügung gestellt, etwa dem Archivportal Europa oder der Europeana, und auf diese Weise einem noch größeren Publikum verfügbar gemacht und übergreifend vernetzt.


 Entwickelt und betrieben wird das Portal seit 2012 unter Federführung des Landesarchivs Baden-Württemberg zusammen mit FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur GmbH, dem Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, dem Sächsischen Staatsarchiv und der Archivschule Marburg. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das Gemeinschaftsprojekt.