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03.02.2021

Im Blickpunkt - Die Ermordung Kurt Eisners

Von Archivportal-D

In der Rubrik „Im Blickpunkt“ präsentieren wir besondere Highlights aus Archiven, die im Archivportal-D vertreten sind. Diese ausgewählten Archivalien geben Einblick in die Bestände und bieten Rechercheanregungen für eine mögliche Suche im Archivportal-D oder im Themenportal „Weimarer Republik“. Das Themenportal „Weimarer Republik“ ist noch ganz frisch, und so stellen wir hier erst einmal Archivalien zur Geschichte der Weimarer Republik vor. Wir freuen uns über Ihr Interesse und viele neue Nutzende im Archivportal-D.

Die wachsende Unzufriedenheit mit der Monarchie in Bayern im Laufe des Ersten Weltkrieges bildete auch hier die Grundlage für die Novemberrevolution. Ludwig III. wurde am 07. November 1918 abgesetzt und ein Freistaat etabliert, organisiert von Kurt Eisner (14. Mai 1867 - 21. Februar 1919), dem bayerischen Vorsitzenden der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD).

Unter seine Führung bildete sich im bayrischen Landtag ein Arbeiter-, Bauern und Soldatenrat sowie ein provisorischer Nationalrat, in dem Eisner Ministerpräsident und Außenminister wurde. Als Erfolge seiner Amtszeit sind die Einführung des Achtstundentags, die Initiierung des Frauenwahlrechts sowie die Abschaffung der geistlichen Schulaufsicht zu nennen. Mit der Veröffentlichung der bayrischen Gesandtschaftsberichte Ende November 1918 zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs wollte er die Kriegsschuld des Deutschen Reiches beweisen und mahnte in diesem Zusammenhang 1919 auf einem internationalen Kongress auch vor einer voreiligen Freilassung deutscher Kriegsgefangener. Dies brachte insbesondere rechtskonservative Kreise gegen ihn auf, die ihn bedrohten und als Verräter bezeichneten.

Bei den Wahlen zum Landtag am 12. Januar 1919 verlor die USPD einen Großteil ihrer Stimmen und Eisner war mit der provisorischen Regierung zum Rücktritt gezwungen. Auf dem Weg zur konstituierenden Sitzung des neugewählten Landtages am 21. Februar 1919, wo Kurt Eisner seinen Rücktritt bekannt geben wollte, wurde er von Reserveleutnant Anton Graf von Arco auf Valley (1897-1945) erschossen. Der Politische Mord provozierte Tumulte im bayrischen Landtag, bei denen zwei weitere Menschen ums Leben kommen.

Dokument zur Ermordung Kurt Eisners 1919 (Quelle: Bundesarchiv)
"(...) Kurt Eisner war der 1. Vorsitzende aller Räte. Wir beklagen in ihm einen Mann von hervorragender Führerschaft, einen Mann, der nichts anderes im Auge gehabt hat als das Wohl des Proletariats. (...)" - Trauerrede für Kurt Eisner, gehalten von Hermann Eisenhut, Mitglied des Revolutionären Arbeiterrats München, Feb. 1919. BArch, SGY 10/30.

 

In den folgenden Wochen führten die Auseinandersetzungen zwischen den Befürwortern einer parlamentarischen Demokratie und einer sozialistischen Räterepublik zu weiteren Auseinandersetzungen. Am 07. April 1919 riefen die Arbeiterräte die Münchener Räterepublik aus, welche einen Monat später von rechtsnationalen Truppen der Reichsregierung und aus Württemberg sowie einigen Freikorps blutig niedergeschlagen wurde.

 

Link zu den Quellen im Themenportal und im Archivportal-D

Polizeiberichte an die Polizeidirektion München über die Ermordung des Ministerpräsidenten Kurt Eisner

Personenseite zu Kurt Eisner

 

Recherchemöglichkeiten

Wenn Sie sich für weitere Quellen zur Ermordung des Politikers Kurt Eisner interessieren, wählen Sie über den A–Z Index "Politischer Mord" aus und kombinieren Sie dieses thematische Schlagwort mit dem GeografikumFreistaat Bayern.

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